Amazon Seller News aus dem Amazon Seller Forum: In der KW 44 (26. Oktober bis 1. November 2026) hat Amazon im deutschen Seller Forum drei Ankündigungen veröffentlicht Eine neue EU-Zollgebühr von 2 Euro pro Zollzeile gilt seit dem 1. November – und Amazon schlägt sie bei FBA-Fernversand auf deinen Verkaufspreis auf. Die Rückgabefrist für das Weihnachtsgeschäft läuft bis zum 31. Januar 2027, und ein Händler widerspricht Amazons Aussage, es gebe keinen Handlungsbedarf. Dazu kommt eine befristete Lockerung bei verspäteten FBA-Einlieferungen aus dem Ausland. Nur eine der drei Meldungen steht auf Deutsch, die anderen auf Englisch und Französisch.
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2 Euro pro Zollzeile: Amazon erhöht deinen Preis, ohne dich zu fragen
Ursprung: Amazon Seller Forum auf sellercentral.amazon.de (Marktplatz Deutschland), veröffentlicht auf Französisch (Belgien) am 29. Oktober 2026.
Seit dem 1. November 2026 erhebt die EU eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro auf alle Sendungen, die direkt aus einem Drittstaat an Kunden in der EU gehen – unabhängig vom Warenwert. Das kündigt Amazon im Seller Forum an. Die Gebühr fällt pro Zeile der Zollanmeldung an, also pro unterschiedlicher Warenposition in einem Paket. Ein Paket mit drei verschiedenen Artikeln kostet damit 6 Euro Bearbeitungsgebühr. Amazon betont, dass es sich nicht um eine Amazon-Gebühr handelt, sondern um eine Vorgabe der EU-Zollvorschriften. Die 2 Euro kommen zusätzlich zum pauschalen Zoll von 3 Euro pro Warenposition, der seit dem 1. Juli 2026 für Sendungen unter 150 Euro gilt.
Wie die Gebühr bei dir landet, hängt vom Versandweg ab. Bei Versand durch Verkäufer (FBM) stellt dir dein Transportdienstleister die Gebühr in Rechnung und führt sie an den Zoll ab. Bei Versand durch Amazon mit Fernversand (Remote Fulfillment, also FBA-Bestand in einem Nicht-EU-Lager, der an EU-Kunden geliefert wird) rechnet Amazon die 2 Euro direkt in den Preis ein, der auf der Produktseite, im Warenkorb und an der Kasse angezeigt wird. Der Kunde sieht also einen höheren Preis als den, den du festgelegt hast. Amazon rät, Preisregeln und Automatisierungen zu prüfen – denn deine Repricing-Tools kennen diesen Aufschlag nicht.
Rückgabe bis 31. Januar: Amazon sagt „kein Handlungsbedarf“ – ein Händler widerspricht
Ursprung: Amazon Seller Forum auf sellercentral.amazon.de (Marktplatz Deutschland), veröffentlicht auf Deutsch am 30. Oktober 2026.
Amazon verlängert die Rückgabefrist für das Weihnachtsgeschäft wie in den Vorjahren. Die meisten Artikel, die zwischen dem 1. November und dem 25. Dezember 2026 gekauft werden, können bis zum 31. Januar 2027 oder innerhalb von 30 Tagen nach Lieferung zurückgegeben werden – je nachdem, welcher Zeitpunkt später liegt. Das gilt laut der Ankündigung für FBA- und FBM-Bestellungen in Großbritannien, Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Polen, Schweden, Belgien und Irland. Zwei Ausnahmen: In Spanien läuft die Frist für Käufe bis zum 6. Januar 2027 sogar bis zum 6. Februar 2027. Für bestimmte Produktkategorien in Deutschland, Italien und Frankreich endet die Frist dagegen schon am 15. Januar 2027 oder 14 Tage nach Lieferung.
Amazon schreibt: „Es besteht kein Handlungsbedarf Ihrerseits.“ Der Händler PaddyO hält im Forum dagegen: Alle FBA-Verkäufer müssten ihr Widerrufsrecht anpassen. Der Hintergrund: Wer FBA nutzt, verpflichtet sich gegenüber Amazon, die Amazon-Rückgaberichtlinien anzuwenden. Die Widerrufsbelehrung in deinem Verkäuferprofil nennt aber meist 14 oder 30 Tage. Weicht die tatsächlich gewährte Frist von der belehrten Frist ab, kann das Verbraucherschützer und Abmahner auf den Plan rufen. Ob du deine Rechtstexte für die Weihnachtszeit anpassen musst, klärst du mit deinem Anwalt oder Rechtstexte-Anbieter – Amazons „kein Handlungsbedarf“ ist jedenfalls keine Rechtsberatung.
45 statt 30 Tage: Amazon erlässt die Defektgebühr – aber nur bis 30. November
Ursprung: Amazon Seller Forum auf sellercentral.amazon.de (Marktplatz Deutschland), veröffentlicht auf Englisch (USA) am 30. Oktober 2026.
Längere Seefrachtzeiten, Hafenverzögerungen und Zollkontrollen bringen internationale FBA-Einlieferungen in dieser Peak Season durcheinander. Amazon reagiert mit zwei befristeten Änderungen für internationale Lieferpläne, die zwischen dem 1. August und dem 30. November 2026 erstellt wurden. Erstens: Bei Lieferplänen mit mehreren Zielen haben die restlichen Sendungen jetzt 45 statt 30 Tage Zeit, nach dem Eingang der ersten Sendung anzukommen. Die Gebühr für gelöschte oder aufgegebene Sendungen (Defektgebühr) entfällt, solange alle Sendungen innerhalb dieser 45 Tage eingehen. Zweitens: Sendungen werden erst nach 90 Tagen automatisch geschlossen, statt wie bisher früher.
Der Defekt wird weiterhin im Inbound Performance Dashboard angezeigt, die Gebühr aber nicht berechnet. Bereits abgerechnete Defektgebühren für berechtigte Sendungen erstattet Amazon automatisch – nachsehen kannst du das im Erstattungsbericht. Du musst nichts beantragen. Wer seine Lieferpläne nach dem 30. November anlegt, fällt wieder unter die alten 30 Tage.




