Der Pleiteticker auf wortfilter.de zählt die Firmenpleiten in Deutschland live mit – rechnerisch alle 20 Minuten eine. Grundlage sind die amtlichen Monatszahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) und die Insolvenzbekanntmachungen der Amtsgerichte. Dazu listet der Ticker die Unternehmen, bei denen in den letzten fünf Tagen ein Insolvenzgericht tätig geworden ist, mit Sitz und Verfahrensstand. Für dich als Onlinehändler ist das ein Frühwarnsystem für Lieferanten, Dienstleister und Wettbewerber. Dieser Beitrag erklärt, welche Daten der Ticker nutzt, wie er rechnet und wie er sich aktualisiert. Den Ticker findest du auch rechts in der Sidebar (Desktop oder unten (Mobil).
Inhaltsverzeichnis
- Alle 20 Minuten eine Pleite – was der Zähler wirklich zählt
- Amtsgerichte statt Agenturmeldungen – woher die Firmenliste kommt
- Stündlich frisch – so aktualisiert sich der Ticker
- Zum Mitnehmen: der Ticker für deine eigene Website
- Warum Eröffnungen fehlen – und die Bild-Uhr anders tickt
- Nächste Version: nur noch Onlinehändler
- Was du mit dem Ticker anfangen kannst
Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.
Alle 20 Minuten eine Pleite – was der Zähler wirklich zählt
Der obere Block „Firmenpleiten 2026“ ist eine Fortschreibung, keine amtliche Zahl. Ausgangspunkt ist die jüngste Destatis-Veröffentlichung: Von Januar bis Juli 2026 registrierten die Amtsgerichte 15.185 beantragte Unternehmensinsolvenzen , 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Rechenweg: 15.185 Fälle geteilt durch 212 Tage (1. Januar bis 31. Juli) ergeben 71,6 Insolvenzen pro Tag – eine alle 20,1 Minuten. Mit diesem Takt zählt der Ticker ab dem 31. Juli weiter. Am 8. November steht er damit bei rund 22.300.
Destatis erfasst eine Insolvenz mit der ersten Gerichtsentscheidung. Der Antrag liegt laut Statistischem Bundesamt in vielen Fällen rund drei Monate davor. Die Monatszahlen erscheinen zudem mit etwa zehn Wochen Verzögerung. Sobald Destatis den August meldet, tragen wir den neuen Stand (Datum, Summe seit Jahresbeginn, Tage) nach, und der Zähler setzt auf der neuen Basis auf. Die Quelle der aktuellen Basis steht immer in der Fußzeile des Tickers.
Amtsgerichte statt Agenturmeldungen – woher die Firmenliste kommt
Der untere Block „Neue Insolvenzen“ kommt direkt aus dem Justizportal der Länder . Dort müssen die Insolvenzgerichte jede Entscheidung veröffentlichen. Der Ticker fragt zwei Gegenstände ab: „Sicherungsmaßnahmen“ (das Gericht bestellt nach dem Insolvenzantrag einen vorläufigen Verwalter oder verhängt ein Verfügungsverbot) und „Abweisungen mangels Masse“ (das Vermögen reicht nicht einmal für die Verfahrenskosten). Beide Ereignisse markieren den Moment, in dem eine Pleite erstmals aktenkundig wird.
Aus den Treffern filtert der Ticker Firmen heraus. Als Firma gilt ein Eintrag, wenn das Portal einen Registereintrag nennt (HRB, HRA, GnR, PR, VR) oder der Name eine Rechtsform trägt (GmbH, UG, AG, KG, e.K., eG, GbR und weitere). Privatpersonen bleiben außen vor. Taucht dasselbe Unternehmen beim selben Gericht mehrfach auf, erscheint es nur einmal. Die Liste zeigt die letzten fünf Tage, neueste zuerst, dazu Sitz und Verfahrensstand. Der Firmenname verlinkt auf die Suche bei North Data, wo Registerdaten und Beteiligungen einsehbar sind.
Stündlich frisch – so aktualisiert sich der Ticker
Der Abruf läuft auf unserem Server, nicht im Browser des Lesers. Einmal pro Stunde holt das System die Bekanntmachungen des aktuellen und des Vortags, baut diese beiden Tage neu auf und schneidet alles ab, was älter als fünf Tage ist. Das Portal liefert pro Abfrage höchstens 500 Treffer, deshalb fragt der Ticker tageweise und getrennt nach Gegenstand ab. Ein kompletter Neuaufbau über fünf Tage dauert etwa 14 Sekunden, der stündliche Lauf rund fünf.
Im Browser zählt der Zähler sekündlich weiter, die Liste lädt sich alle zehn Minuten nach. Fällt das Justizportal aus, bleibt der letzte bestätigte Stand stehen, und die Stand-Zeile weist auf die verzögerte Aktualisierung hin. Die Rohdaten stehen offen unter wortfilter.de/wp-json/wf-pleiteticker/v1/data als JSON bereit – wer die Liste in eigene Systeme übernehmen will, kann das tun.
Zum Mitnehmen: der Ticker für deine eigene Website
Du kannst den Pleiteticker auf deiner eigenen Website einbinden – als Iframe, kostenlos, ohne Anmeldung. Der Ticker steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) . Einzige Bedingung: Du nennst wortfilter.de als Quelle und verlinkst auf diesen Beitrag. Die Quellenangabe im Ticker selbst (Destatis, Insolvenzbekanntmachungen) bleibt sichtbar. Die zugrunde liegenden Destatis-Zahlen stehen unter der Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0 , die Bekanntmachungen der Gerichte sind als amtliche Werke gemeinfrei (§ 5 UrhG). Kopiere den Code und füge ihn an der gewünschten Stelle in deine Seite ein; die Höhe (height) kannst du anpassen.
Warum Eröffnungen fehlen – und die Bild-Uhr anders tickt
Vorbild für den Pleiteticker ist die „Pleite-Uhr“ von Bild , die zusätzlich Staatsschulden und Arbeitslosmeldungen anzeigt. Zwei Unterschiede sind bewusst. Erstens rechnet Bild mit dem Juni-Stand (12.812 Fälle im ersten Halbjahr), wortfilter.de mit dem Juli-Stand. Deshalb liegt unser Zähler einige Hundert Fälle höher. Zweitens nimmt Bild auch „Eröffnungen“ in die Firmenliste auf. Wir lassen sie weg.
Der Grund: Eröffnungen betreffen überwiegend Verbraucherinsolvenzen. Bei Firmen folgt die Eröffnung in der Regel zwei bis drei Monate nach der Sicherungsmaßnahme – das Unternehmen stünde also ein zweites Mal in der Liste. Am 5. November 2026 zählte das Portal bundesweit 499 Eröffnungen an einem Tag, aber nur 78 Sicherungsmaßnahmen. Wer neue Pleiten sehen will, braucht die Sicherungsmaßnahmen, nicht die Eröffnungen.
Nächste Version: nur noch Onlinehändler
Im Moment erfasst der Ticker alle Firmeninsolvenzen – vom Dachdecker bis zum Autohaus. Das ist Version 1. In der nächsten Version sollen nur noch Onlinehändler und Unternehmen mit Onlinebezug erscheinen: Shopbetreiber, Marktplatzhändler, Hersteller mit eigenem D2C-Vertrieb (Direct-to-Consumer, also Verkauf direkt an Endkunden), Fulfillment-Dienstleister, Agenturen und Softwareanbieter für den E-Commerce.
Dafür muss jeder Treffer gegen weitere Quellen geprüft werden: den Unternehmensgegenstand im Handelsregister, eine erreichbare Domain mit Shop oder Marktplatzprofil und Branchenkennzeichen. Die Gesamtliste bleibt dann als Rohdaten-Export erhalten; der sichtbare Ticker zeigt nur noch die Fälle aus unserer Branche. Einen Termin für Version 2 gibt es noch nicht.
Was du mit dem Ticker anfangen kannst
Prüfe die Liste gegen deine Lieferanten, Fulfillment-Partner und Großkunden. Eine Sicherungsmaßnahme bedeutet: Zahlungen an das Unternehmen laufen ab jetzt nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Verwalters, offene Forderungen gegen das Unternehmen meldest du nach der Eröffnung zur Tabelle an. Bei einer Abweisung mangels Masse gibt es kein Verfahren mehr – offene Rechnungen sind in aller Regel verloren. Je früher du davon erfährst, desto eher kannst du Ware zurückhalten, Vorkasse verlangen oder den Anbieter wechseln.
Der Pleiteticker ersetzt keine Bonitätsauskunft. Er zeigt, was die Gerichte veröffentlicht haben – mit Verzögerung von einem Tag, ohne Bewertung und ohne Vollständigkeitsgarantie. Wer in der Liste steht, ist zahlungsunfähig oder steht kurz davor. Wer nicht drinsteht, kann es morgen sein.



