Nach der PHP-Lücke sagt eBay Händlerschutz bei Servicebeeinträchtigungen zu. Das teilte eine eBay-Sprecherin auf Anfrage von Wortfilter mit. Die Zusage betrifft Onlinehändler, deren Service unter den Folgen der Sicherheitslücke gelitten hat. Wie eBay den Schutz umsetzt, geht aus der Antwort noch nicht hervor. Amazon, Otto und Kaufland haben auf die Wortfilter-Anfrage bis Redaktionsschluss am 25. Oktober 2026 nicht geantwortet.
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eBay Händlerschutz zugesagt
Eine eBay-Sprecherin erklärte gegenüber Wortfilter:
„Sollte es infolge der PHP-Sicherheitslücke zu Servicebeeinträchtigungen gekommen sein, werden betroffene Händler*innen von uns entsprechend geschützt.“
Damit liegt erstmals eine Antwort auf die Anfrage von Wortfilter an die vier Marktplätze vor. eBay knüpft den Schutz an Servicebeeinträchtigungen infolge der PHP-Sicherheitslücke. Gegenstand der Anfrage waren die Folgen ausgefallener Händler- und Dienstleistersysteme für die Bewertung der Serviceleistung.
Drei Antworten stehen aus – die Anfrage läuft seit dem Ausfall
Wortfilter hatte bereits im Beitrag vom 22. Oktober über Störungen bei Hostern und ERP-Systemen berichtet. ERP-Systeme verwalten unter anderem Bestellungen, Bestände und Versanddaten. Deshalb können Ausfälle auch den Verkauf auf Marktplätzen treffen: Händler können Bestellungen zeitweise nicht abrufen oder Versandbestätigungen nicht rechtzeitig übertragen.
Wortfilter fragte Amazon, eBay, Otto und Kaufland daher, ob sie die Bewertung der Serviceleistungen für den Ausfallzeitraum aussetzen oder Verstöße aus diesem Zeitraum neutral behandeln. Von Amazon, Otto und Kaufland liegt weiterhin keine Antwort auf diese Anfrage vor. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, ob und welche Schutzmaßnahmen diese Plattformen intern vorsehen.
82 Prozent ungepatcht – die Zahl hat eine Grenze
Golem berichtete am 23. Oktober unter Berufung auf Censys von mehr als 34 Millionen mutmaßlich immer noch ungepatchten Systemen. Rund 42 Millionen der etwa 91 Millionen erfassten PHP-Systeme lieferten eine erkennbare Versionsnummer. In dieser Teilmenge galten rund 82 Prozent als ungepatcht; für etwa 49 Millionen Systeme blieb die Version unbekannt.
Die Quote beschreibt somit den damaligen Scan-Stand der Systeme mit erkennbarer Version. Das Censys-Dashboard ordnet erreichbare PHP-Dienste anhand der gemeldeten Version ein. Die Zahl belegt weder 34 Millionen erfolgreiche Angriffe noch ebenso viele einzelne Onlineshops. Zudem können Anbieter Sicherheitskorrekturen in ältere Pakete zurückübertragen, sogenannte Backports. Eine alte Versionsangabe allein beweist deshalb nicht, dass der konkrete Server ungeschützt ist.
Für die beiden als PHP2Shell bezeichneten Schwachstellen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 veröffentlichte das PHP-Projekt am 21. Oktober Sicherheitsupdates . Die korrigierten Versionen lauten 8.2.35, 8.3.36, 8.4.27 und 8.5.12. Der Schutz vor Folgen bei eBay ersetzt diese technischen Updates nicht.
Ausfall belegen, Kennzahlen prüfen, Schutz ansprechen
Betroffene Onlinehändler sollten Beginn und Ende ihrer Störung festhalten. Dazu gehören etwa Statusmeldungen des Hosters, Mitteilungen des ERP-Anbieters und betroffene Bestellungen. So lässt sich der Zusammenhang zwischen dem Ausfall und einer verspäteten Meldung später nachvollziehen.
Prüfe außerdem, ob eBay Ausfallfolgen in deinen Servicekennzahlen erfasst hat. Falls du Nachteile feststellst, kannst du den Support unter Hinweis auf die Zusage um Prüfung bitten. Das ist eine praktische Empfehlung; ein besonderes Antragsverfahren hat eBay in seiner Antwort nicht genannt. Die Schutzzusage liegt vor. Zeitraum, Umfang und Umsetzung hat eBay noch nicht benannt.




