Humanoide Roboter Deutschland: 49 humanoide Roboter stehen aktuell in der Datenbank von RoboterAtlas , 14 davon sind heute kaufbar – und nur acht lassen sich nach Deutschland oder in die EU liefern. Kein einziges dieser acht Modelle ist für Privathaushalte vorgesehen, reichelt elektronik liefert ausschließlich an Gewerbekunden. 53 Prozent aller Modelle kommen aus China, 13 der 14 kaufbaren ebenfalls. Wortfilter hat zu jedem in Deutschland erhältlichen Roboter die verfügbaren Nutzertests, Messungen und Besitzer-Videos zusammengetragen. Das Bild ist nüchtern: Die Geräte laufen, tanzen und stürzen – selbstständig arbeiten kann keines.

Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.

49 Modelle, 14 kaufbar – und die USA liefern nichts

Die Statistik von RoboterAtlas (Stand 27. Oktober 2026) zählt 49 humanoide Roboter von 41 Herstellern aus 11 Ländern. 29 Prozent (14 Modelle) sind kaufbar, 14 Prozent vorbestellbar, 27 Prozent nur angekündigt, 22 Prozent gehen ausschließlich an Firmenkunden, ein Modell (Figure 02) ist bereits ausgemustert. Der Median-Listenpreis der 18 Modelle mit Dollarpreis liegt bei 20.900 US-Dollar. Die Spanne reicht vom Noetix Bumi für 1.380 Dollar (nur in China) bis zum Agility Digit für 250.000 Dollar (nur Firmenkunden, USA).

Beim Herkunftsland ist die Verteilung eindeutig: 26 Modelle (53 Prozent) stammen aus China, 10 aus den USA, 3 aus Deutschland. Von den 14 kaufbaren Modellen kommen 13 aus China und keines aus den USA. Tesla Optimus, Figure 03, Boston Dynamics Atlas und Apptronik Apollo sind entweder nur angekündigt oder für ausgewählte Partner reserviert. 16 Modelle zielen auf Privathaushalte – sechs davon kann man kaufen oder vorbestellen, keines davon in Deutschland.

RoboterAtlas hat außerdem 52 Tests, Hands-ons und Berichte anderer Redaktionen zu 17 Modellen ausgewertet (die Übersicht aller Testberichte ). Am häufigsten getestet: Unitree G1 (13 Berichte), AgiBot X2 (6), LG CLOiD (4), NEURA 4NE1 (4), 1X NEO (3) und Agility Digit (3). Die Datenbasis steht als CSV unter CC BY 4.0 frei zur Verfügung.

Diese acht Humanoiden kannst du in Deutschland bestellen – aber nur als Firma

Preise inklusive Mehrwertsteuer laut Händler, Stand 27. Oktober 2026 nach RoboterAtlas, ergänzt um eigene Abfragen der Händlerseiten vom 4. November 2026:

ModellHerstellerPreis inkl. MwSt.Händler
Booster K1Booster Robotics (China)9.000 €Génération Robots (FR) ; reichelt ab 11.250 €
Unitree R1 BaseUnitree (China)9.930 €reichelt elektronik
NAO V6Maxtronics, ehem. Aldebaran (FR/China)10.020 €Génération Robots (FR)
AgiBot X2AgiBot (China)22.400 €reichelt elektronik
Unitree G1Unitree (China)27.000 € (EDU, FR) / 27.220 € (Base, reichelt)reichelt elektronik , Quadruped (Bergheim)
Booster T1Booster Robotics (China)50.358 € (mit Greifern)RobotShop EU
AgiBot A2 LiteAgiBot (China)59.849 €OpenELAB (EU) ; Unchained Robotics (DE) 66.283 €
Dobot Atom MaxDobot (China)94.600 € bis 105.600 €RobotShop EU , Terra Robotics (Löhne)

Der Unitree H1 ist laut RoboterAtlas in Deutschland erhältlich, aber ohne öffentlichen Preis; Génération Robots listet H1/H1-2 für 112.195 € inkl. MwSt. . Bei allen Modellen gilt: Hände oder Greifer kosten extra oder fehlen ganz, ein Software-Development-Kit (SDK, Schnittstelle für eigene Programmierung) gibt es nur in den teureren EDU-Varianten. reichelt elektronik vermerkt auf den Produktseiten von G1 und R1: Lieferung ausschließlich an gewerbliche Kunden, Institutionen und Behörden, zuzüglich 35,70 € Sonderversand pro Position. Der G1 Base ist dort ab Lager mit 1 bis 2 Werktagen Lieferzeit verfügbar.

Neben reichelt verkaufen in Deutschland unter anderem Terra Robotics (Löhne, Wortmann-Gruppe), Funduino , Voelkner (Conrad-Gruppe, G1 EDU-U10 für 62.285 €, nur Geschäftskunden) und Unchained Robotics . MediaMarkt, Saturn und Amazon.de führen (Stand November 2026) keine Humanoiden.

Unitree G1: 13 Tests, 500 Newton Aufprallkraft und ein Root-Zugang per Bluetooth

Der G1 ist mit 13 ausgewerteten Berichten der meistgetestete Humanoide. Die einzige unabhängige Messung mit Zahlen stammt vom Fraunhofer IPA in Stuttgart : Getestet wurde ein G1 EDU-4 mit Dex3-1-Händen, Firmware 1.04, geliefert im Mai 2025. Ergebnis: Akkulaufzeit 2 Stunden 49 Minuten im Stand, 1 Stunde 49 Minuten bei gemischtem Stehen und Gehen. Die gemessenen Kollisionskräfte lagen über 500 Newton und damit deutlich über den Schmerzschwellen der Norm ISO/TS 15066 für Mensch-Roboter-Kollaboration. Positiv: gute Selbststabilisierung auf Rampe und Treppe, Reinraumtauglichkeit bis ISO-Klasse 5 möglich. Negativ: Die Arme überhitzen nach ein bis zwei Minuten in ausgestreckter Haltung, die Geschicklichkeit liegt weit unter menschlichem Niveau, ab Werk ist nur ferngesteuertes Laufen möglich.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Besitzer-Video: sentdex packt einen G1 EDU Ultimate B aus (April 2025). Quelle: YouTube/sentdex

Der US-Entwickler sentdex dokumentiert in seiner Unboxing-Serie den Alltag mit einem G1 EDU Ultimate B: Listenpreis 56.900 Dollar vor Steuern und Zöllen, rund 1,5 Monate Versand, Aufhängung und Fernbedienung fehlten monatelang, die Dokumentation sei dünn, der Roboter nenne keinen Grund, wenn er Befehle ablehnt. Ein Laborbetreiber meldet im MYBOTSHOP-Forum ein gebrochenes Handgelenk-Getriebe, eine überhitzte Wicklung und einen rechten Arm, der sich nach Kollisionen regelmäßig abschaltet. Der Anbieter qtvue hat drei Kundenroboter zwölf Wochen lang vermessen : 28 Watt im Standby, 110 Watt bei Patrouille, 165 Watt bei Manipulation plus Gehen; Kälte von 5 Grad kostet rund 15 Prozent Kapazität.

Die Sicherheitslage ist dokumentiert: Im September 2025 beschrieb Alias Robotics die Lücke UniPwn (hartcodierte Schlüssel in der Bluetooth-WLAN-Einrichtung, Root-Zugriff auf G1, H1, Go2 und B2), auf dem 39C3 zeigten Darknavy-Forscher laut heise online eine Übernahme per LoRa-Funk ohne Pairing und eine Root-Shell per Prompt-Injection über die Sprach-KI; Unitree erklärte, die Funklücke sei erst mit der nächsten Hardware-Generation behebbar. Im August 2026 folgte UniBLEed : Root-Zugriff auf jeden G1 in Bluetooth-Reichweite, Fix laut Zeitstrahl des Forschers mit Firmware 1.5.5.0 am 1. September 2026. Die Forscher nennen über 50.000 verkaufte G1. Für die c’t ist der G1 laut Heft 15/2026 (zusammengefasst bei RoboterAtlas) „noch nicht nützlich“: Die Kung-Fu-Moves seien einstudiert und reagierten kaum auf die Umgebung.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Teardown: Munro & Associates zerlegen den G1 bis auf die Aktuatoren (Juli 2026). Quelle: YouTube/Munro Live

Unitree R1: 4.900 Dollar auf dem Papier, 29.756 Dollar in der Kiste

Der R1 ist mit 9.930 € bei reichelt der günstigste Humanoide mit deutschem Händler. Die Basisvariante ist laut Produktseite „nicht frei programmierbar“, 25 Kilogramm schwer, 24 Freiheitsgrade, Akkulaufzeit etwa eine Stunde. Die US-Entwicklerin Sabrina Ramonov hat eine voll ausgestattete R1-EDU-Version ausgepackt: zwei BrainCo-Revo-2-Tasthände, Jetson Orin mit 100 TOPS, zwei Akkus – Gesamtpreis 29.756 Dollar statt der beworbenen 4.900 Dollar.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Besitzer-Video: Sabrina Ramonov packt den R1 EDU für 29.756 Dollar aus (Oktober 2026). Quelle: YouTube/Sabrina Ramonov

In einem zweiten Video geht ihr Kung-Fu-Test beim ersten Einschalten schief; in ihrem Blog beschreibt sie, wie ein überdimensionierter Sprungbefehl per Python-Steuerung eine heftige Armbewegung auslöste und eine Wand beschädigte. Der russische Besitzer Denis Rogov berichtet auf vc.ru : Erst-Setup zwei bis drei Stunden mit mehreren Kalibrierdurchläufen, kippt der Roboter beim Gehen nach vorn, beginnt die Kalibrierung von vorn; stabiles Gehen, Sprachbefehle über ein lokales Qwen-Modell und angelernte Bewegungen funktionieren, die Hände sind reine Greifzangen. Notebookcheck nennt den R1 „kaum für Haushaltshilfe geeignet“: keine funktionalen Finger, rund eine Stunde Akku.

AgiBot X2: Der Tanzroboter, der in Cupertino die Tische abräumte

Der X2 kostet bei reichelt 22.400 € – ohne Endeffektoren, ohne LiDAR, ohne Tiefenkamera, mit einer RGB-Kamera und einem Beschleunigungssensor. 25 Freiheitsgrade, 1,31 Meter, 35 Kilogramm, 500-Wh-Akku für etwa zwei Stunden. Sechs Berichte liegen vor, fast alle von Messen. Engadget nennt ihn den stärksten Eindruck unter den CES-Humanoiden, merkt aber an, dass ein AgiBot-Mitarbeiter teilweise per Controller mitsteuerte. Notebookcheck dokumentiert im März 2026 einen Vorfall in einem Restaurant in Cupertino: Bei einer Tanz-Demo geriet ein X2 außer Kontrolle, räumte Tische ab, drei Angestellte mussten ihn festhalten. Der X2 hat keinen direkt erreichbaren Not-Aus am Gerät – die Taste muss mehrere Sekunden gehalten werden, sonst hilft nur die Fernbedienung.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Besitzer-Video: KhanFlicks packt den X2 Ultra aus – ein missglückter Kick endet im Spielautomaten (März 2026). Quelle: YouTube/KhanFlicks

Der US-Privatbesitzer KhanFlicks zeigt in seinem Unboxing des X2 Ultra App-Steuerung, Offroad- und VR-Modus; ein fehlgeschlagener Kick schickte den Roboter in einen Arcade-Automaten. Im August 2026 folgte ein Video zum offiziellen VR-Teleoperations-Kit . Der Hands-on bei Techlicious vom MWC 2026 ist als Partnerschaft mit AgiBot gekennzeichnet und meldet keine Mängel.

Booster K1: 9.000 Euro, 95 Zentimeter – und Weltmeister aus Bremen

Der K1 ist der kleinste und günstigste Roboter der Liste: 95 Zentimeter, 19,5 Kilogramm, 22 Freiheitsgrade, laut Génération Robots 50 bis 80 Minuten Laufzeit je nach Variante (Geek mit 2-Ah-Akku, Edu und Pro mit 5 Ah), Lieferung in drei bis vier Wochen. Die Herstellerseite nennt für die Geek-Variante nur etwa 20 Minuten bei 1,1 m/s. Den härtesten Praxistest lieferte die Universität Bremen : Das Team B-Human (Uni Bremen/DFKI) gewann beim RoboCup 2026 in Incheon alle acht Spiele – im ersten Jahr auf dem K1, mit eigener Lauf-, Schuss- und Aufstehsoftware statt der des Herstellers.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Besitzer-Video: KhanFlicks nimmt den Booster K1 mit auf den Spielplatz – Fußballmodus mit Kindern (Juli 2026). Quelle: YouTube/KhanFlicks

Die Handling-Dokumentation von B-Human liest sich wie ein Mängelprotokoll: Der Boot dauert einige Minuten, das Tasten-Interface ist unfertig, die Kameraunterstützung unvollständig, das Aufstehen wird nicht unterstützt, Gelenk-Überhitzung schaltet die Motoren weich, bei nicht erreichbarem Motionboard hilft nur Aus- und Einschalten. In Deutschland verkauft reichelt den K1 Basic für 11.250 € mit 1 bis 2 Werktagen Lieferzeit, Funduino die EDU-Variante für 14.999 €. Ein Ersatzakku kostet laut RoboterAtlas rund 1.658 €.

Booster T1: 50.358 Euro für ein Modell, das der Hersteller schon abgekündigt hat

Der T1 steht mit 50.358 € (mit Greifern, RobotShop EU) in der RoboterAtlas-Liste, ist aber seit Juli 2026 vom Nachfolger T2 abgelöst; booster.tech führt ihn nicht mehr. Génération Robots bietet ein gebrauchtes Vorführgerät für 31.200 € an. Die Hochschule Offenburg betreibt laut Team Description Paper 2026 zwei T1 seit März 2025 ohne gemeldete Hardwareausfälle; das Team stieg vom Eigenbau um, weil der bei Stürzen brach. heise/c’t sah den T1 im November 2024 in Nancy ein Rennen gewinnen, stürzen und selbstständig aufstehen – überwiegend per Gamepad gesteuert.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Besitzer-Video: KhanFlicks zum Booster T1 – offene Plattform zum Bruchteil des G1-EDU-Preises (März 2025). Quelle: YouTube/KhanFlicks

Der Nachfolger T2 (1,40 Meter, 42 Kilogramm, 31 Freiheitsgrade, Jetson Thor) kostet bei reichelt 32.100 € als EDU und bis zu 129.900 € mit taktilen Händen; Génération Robots nennt ab 27.060 € bei vier bis sechs Wochen Lieferzeit. Einen unabhängigen Test des T2 gibt es noch nicht.

NAO V6: 58 Zentimeter, 10.020 Euro – und ein Akku, der im Regal stirbt

Der NAO ist der einzige Nicht-Chinese auf der Liste – halb. Aldebaran meldete im Februar 2025 Insolvenz an, im Juli 2025 übernahm der chinesische Konzern Maxvision die Rechte an NAO und Pepper und führt die Marke als Maxtronics. Génération Robots liefert die V6 für 10.020 € inkl. MwSt. in drei Wochen mit zwei Jahren Garantie: 58 Zentimeter, 5,6 Kilogramm, 25 Freiheitsgrade, 62,5-Wh-Akku für 60 Minuten aktiv bis 90 Minuten normal. Ein Ersatzakku kostet 415 €.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Nutzer-Video: „Week 1: NAO Robot Review“ vom Privatkanal Bens Stuff. Quelle: YouTube/Bens Stuff

Die Langzeiterfahrungen stammen aus Hochschulen. Christoph Bartneck (Universität Canterbury) beschreibt die Reparatur eines kaputten NAO-V6-Akkupacks : sechs Sony-18650-Zellen in verklebtem Gehäuse, Ersatzpacks für 290 bis 490 Dollar, die Packs „sterben durch Nichtbenutzung“. Das AI Lab meldet nach zwei Jahren Stillstand einen nicht mehr ladbaren Akku; ein stark genutzter Pack hielt unter 20 Minuten. Die NWZ dokumentierte 2018 einen Test an der Uni Oldenburg, bei dem der NAO beim Tai-Chi nach hinten kippte und bis Programmende liegen blieb.

AgiBot A2: 106 Kilometer Guinness-Rekord, null unabhängige Tests

AgiBot A2 Lite humanoider Roboter
AgiBot A2 Lite – in Deutschland bei Unchained Robotics für 66.283 € inkl. MwSt. Foto: Unchained Robotics

Der A2 ist mit 1,69 Metern und 69 Kilogramm das erste Modell der Liste in Menschengröße. OpenELAB nennt 59.849 € für den A2 Lite, der deutsche Händler Unchained Robotics 55.700 € netto (66.283 € brutto) und Leasing ab rund 1.000 € im Monat; der A2 Ultra liegt bei OpenELAB bei 153.299 €. Im November 2025 lief ein A2 laut TechSpot 106,3 Kilometer in drei Tagen von Suzhou nach Shanghai – mit Hot-Swap-Akkus, die Zahl der Wechsel wurde nicht genannt, ein Team lief mit. Einen unabhängigen Test gibt es nicht. Engadget sah den A2 auf der CES fast nur mit den Armen tanzen, die Beine blieben still.

Dobot Atom: 94.600 Euro – und der einzige deutsche Anwender nennt ihn „weit entfernt von autonomer Intelligenz“

Dobot Atom Max humanoider Roboter
Dobot Atom Max – bei Terra Robotics in Löhne für 85.837 € netto. Foto: Terra Robotics

Der Dobot Atom Max (1,65 Meter, 62 Kilogramm, 41 Freiheitsgrade, etwa zwei Stunden Laufzeit) ist mit 94.600 € bei RobotShop EU das teuerste Modell der Deutschland-Liste; RobotShop führt ihn inzwischen mit 105.600 € als Sonderbestellung ohne Liefertermin und ohne Rücknahme, Terra Robotics mit 85.837 € netto. Laut Interesting Engineering startete Dobot im Februar 2026 mit der dritten Charge die Serienproduktion. Der einzige benannte Einsatz in Deutschland ist ein Atom bei Terra Robotics in Löhne; Geschäftsführer Murat Arpaci beschrieb die Technik auf LinkedIn als „weit entfernt von autonomer Intelligenz“, die VR-Steuerung erfasse nur den Oberkörper. Gegenüber Automationspraxis nannte er Akku, Greifen, Dynamik und Autonomie „verbesserungsbedürftig“; Zertifizierungen für die Mensch-Roboter-Kollaboration fehlten.

Unitree H1 und H2: Menschengröße ohne Preis, ohne Test, ohne Hände

Unitree H1 humanoider Roboter
Unitree H1 – 112.195 € inkl. MwSt. bei Génération Robots. Foto: Génération Robots

Der H1 (rund 1,80 Meter, 47 Kilogramm, bis 3,3 m/s) ist seit 2023 erhältlich, Unitree nennt im Shop 90.000 Dollar mit dem Zusatz „Contact us for real price“. Unabhängige Besitzer-Tests existieren nicht. Notebookcheck dokumentierte im Mai 2025 ein Video, in dem ein H1 bei einem Test in China unkontrolliert ausschlug und fast zwei Mitarbeiter traf. Die UniPwn-Lücke betrifft laut IEEE Spectrum auch den H1.

Unitree H2 humanoider Roboter
Unitree H2 – ab 54.000 € inkl. MwSt., Lieferung in acht Wochen. Foto: Génération Robots

Der H2 (1,82 Meter, 70 Kilogramm, 31 Freiheitsgrade, 15-Ah-Akku für etwa drei Stunden) ist bei Génération Robots ab 54.000 € inkl. MwSt. mit acht Wochen Lieferzeit vorbestellbar. Unitree nennt auf der Produktseite 29.900 Dollar und vermerkt für die Basisversion: Dex-Hand „not included“. Laut RoboZaps wird der Basis-H2 mit nicht funktionalen Platzhalterhänden geliefert, funktionale Hände kosten extra. Deutsche Händler listen den H2 bislang nicht, Tests gibt es keine.

Deutsche Hersteller: 1,4 Milliarden Dollar, drei Modelle, keine dokumentierte Auslieferung

Drei der 49 Modelle stammen aus Deutschland: NEURA 4NE1 (Metzingen, vorbestellbar), Agile ONE von Agile Robots (München, nur Firmenkunden) und Robody von Devanthro (München, Beta-Programm). Keines ist heute für Dritte kaufbar. NEURA stellte die vierte Generation des 4NE1 am 22. Oktober 2026 zur Eröffnung des TUM RoboGym am Flughafen München vor – 20 Prozent leichter, ohne Preis, ohne Liefertermin, ohne Stückzahlen (The AI Insider ). Die Reservierungsseite des 4NE1 Mini nennt 19.999 € netto (Standard) und 29.999 € (Pro) bei 100 € Gebühr, Verfügbarkeit „expected in 2026“; Treppensteigen ist „still under development“. Der in der RoboterAtlas-Liste genannte Preis von 23.799 € ist der Nettopreis plus 19 Prozent.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Herstellervideo: TUM RoboGym Opening und 4NE1 Gen 4 Reveal (Oktober 2026). Quelle: YouTube/NEURA Robotics

Das Handelsblatt berichtete im Juni 2026 über eine Finanzierungsrunde von bis zu 1,4 Milliarden Dollar bei rund 7 Milliarden Dollar Bewertung, Investoren unter anderem Tether, Amazon, Nvidia und Qualcomm. Forbes ergänzt im Oktober 2026: Der Umsatz wird nicht offengelegt und stammt überwiegend aus Cobots, der letzte veröffentlichte Abschluss von 2022 wies rund 7 Millionen Dollar Verlust aus, NEURA nennt nicht, wie viele Humanoide gebaut oder ausgeliefert wurden; der Gen 3.5 kostet rund 110.000 Dollar, Pilotprojekte 300.000 bis 550.000 Dollar. Auf der Automatica 2025 stand laut heise nur ein bewegungsloser Prototyp, auf der Computex 2026 kollabierte ein 4NE1 auf der Bühne (Qualcomm: Kommunikationsfehler löste einen Safe-Collapse aus). Forbes nennt als Marktkontext: Chinesische Hersteller lieferten im ersten Halbjahr 2026 97 Prozent aller 19.100 Humanoiden weltweit, AgiBot allein 44 Prozent.

Agile ONE humanoider Roboter von Agile Robots
Agile ONE – 174 cm, 69 kg, Fertigung in Fürstenfeldbruck. Foto: Agile Robots

Agile Robots stellte den Agile ONE am 19. November 2025 vor (174 Zentimeter, 69 Kilogramm, 20 Kilogramm Nutzlast) und fertigt laut Unternehmen seit Anfang 2026 in Fürstenfeldbruck. Einen Preis nennt die Firma nicht, Kunden für den Agile ONE auch nicht. Zur GTC Berlin am 21. Oktober 2026 kündigte CEO Zhaopeng Chen laut Reuters/onvista eine Nvidia-Version Agile ONE SN für Forschungslabore an und erwartet 2027 eine Produktion von 1.000 bis 2.000 Stück; Umsatzziel 2026 rund 640 Millionen Euro, Umsatz 2025 laut Robotics & Automation News 300 Millionen Euro. Mit Audi läuft seit Oktober 2026 ein Proof of Concept in Ingolstadt mit mobilen Humanoiden auf Radbasis für die Teile-Sequenzierung, ohne Go-live-Datum.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Devanthro Robody im ARD/SWR-Bericht zum ersten Einsatz in einem Privathaushalt (März 2024). Quelle: YouTube/Devanthro

Devanthro geht einen anderen Weg: Der Robody fährt auf Rollen und wird von einer Pflegekraft per VR-Brille ferngesteuert, autonom arbeitet er nicht. Laut Handelsblatt vom Juli 2026 wird er für 690 € im Monat vermietet, die Serienproduktion sollte im August 2026 bei einem chinesischen Fertiger starten. Beim einwöchigen Test in einem Altersheim in Meilen bei Zürich funktionierten laut SRF Gespräche und leichte Hol-Aufgaben; jemandem beim Aufstehen zu helfen, ging nicht.

Rossmann, Mercedes, BMW: Wer in Deutschland schon Humanoide laufen lässt

Der einzige deutsche Handelskonzern mit dokumentiertem Humanoid-Piloten ist Rossmann. Laut Logistra wurde am 17. März 2026 ein UBTech Walker S2 über Terra Robotics an das Logistikzentrum Burgwedel geliefert; der Pilot läuft in Phasen über das ganze Jahr 2026, Ergebnisse gibt es noch keine. Der Walker S2 steht mit 242.000 € bei RobotShop Europa in der RoboterAtlas-Liste, nur für Firmenkunden. Mercedes-Benz setzt laut Assembly Apptronik Apollo in der Intralogistik in Berlin-Marienfelde ein, trainiert per Teleoperation. BMW Leipzig startete im Sommer 2026 einen Pilot mit dem Hexagon AEON auf Radbasis in der Batteriefertigung (eWeek ); im US-Werk Spartanburg absolvierte Figure 02 zuvor elf Monate mit 90.000 bewegten Blechteilen und über 1.250 Betriebsstunden. Schaeffler will laut Hexagon bis 2032 mindestens 1.000 AEON im globalen Werksnetz einsetzen. Für Otto, Zalando oder DHL in Deutschland sind keine Humanoid-Piloten belegt; Zalando setzt Pick-Arme von Nomagic ein.

Was bleibt für Onlinehändler: Vorführroboter ja, Mitarbeiter nein

Die Datenlage lässt für Onlinehändler drei Schlüsse zu. Erstens: Jeder in Deutschland bestellbare Humanoide ist ein Entwicklungs- oder Vorführgerät. Hände kosten extra, ein SDK gibt es nur in den EDU-Varianten, Haushaltstätigkeiten beherrscht kein Modell, und ab Werk läuft meist nur ferngesteuertes Gehen. Zweitens: Die einzigen belastbaren Zahlen stammen vom Fraunhofer IPA – Kollisionskräfte über 500 Newton bedeuten, dass ein G1 ohne Schutzzaun nicht neben Mitarbeitern laufen darf; Zertifizierungen für Mensch-Roboter-Kollaboration fehlen bei allen Modellen. Drittens: Die Sicherheitslücken bei Unitree (UniPwn, LoRa-Übernahme, UniBLEed) betreffen Geräte, die per Bluetooth und WLAN im Firmennetz hängen.

Wer einen Humanoiden als Messe- oder Ladenattraktion will, zahlt bei reichelt ab 9.930 € für einen R1 Base oder mietet laut Monsterdealz bei Robotollern in Berlin ab 1.500 € netto pro Auftritt inklusive Operator. Wer einen Roboter sucht, der Pakete packt, bekommt in Deutschland heute keinen – Rossmann testet den Walker S2 für 242.000 €, und selbst dort heißt es nach acht Monaten: Jetzt geht es ans Testen.

49 Modelle, 8 bestellbar, 0 für zuhause, 0 aus deutscher Fertigung – die Humanoid-Welle erreicht den deutschen Handel vorerst nur als Produktbild.

Melde dich zum wöchentlichen Newsletter an!