Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet im Weihnachtsgeschäft 2026 mit einem Umsatzplus von 2 Prozent – der Onlinehandel soll mit 4,1 Prozent doppelt so stark wachsen. Für November und Dezember erwartet der Verband 129,2 Milliarden Euro Umsatz, davon 23,1 Milliarden Euro im Onlinehandel. Verbraucher planen laut einer Umfrage des Handelsblatt Research Institute im Schnitt 262 Euro für Geschenke, nahezu der Vorjahreswert. Gleichzeitig erwarten 56 Prozent der Händler außerhalb des Lebensmittelhandels ein schlechteres Geschäft als 2025. Die Prognose hat der HDE am 3. November 2026 in einer Pressemitteilung veröffentlicht.

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129,2 Milliarden Euro: Das sieht die HDE-Prognose vor

Die Prognose bezieht sich auf die Monate November und Dezember 2026. Der HDE erwartet ein nominales Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (nominal heißt: ohne Bereinigung um die Preissteigerung). In Summe sollen die Handelsunternehmen in den beiden Monaten 129,2 Milliarden Euro umsetzen.

Der Onlinehandel wird vom Verband als Wachstumstreiber eingeordnet. Für ihn rechnet der HDE mit einem nominalen Plus von 4,1 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro. Damit entfallen rund 18 Prozent des erwarteten Weihnachtsumsatzes auf den Onlinehandel.

HDE-Präsident Alexander von Preen verweist in der Mitteilung auf steigende Kosten für Energie und Personal sowie auf die Bürokratiebelastung der Händler. Trotz dieser Rahmenbedingungen sieht er Anzeichen, dass das Weihnachtsgeschäft der Krise trotzen kann.

262 Euro pro Kopf: Geschenkbudget bleibt auf Vorjahresniveau

Grundlage der Prognose ist unter anderem eine Verbraucherumfrage des Handelsblatt Research Institute mit mehr als 2.000 Befragten. Demnach wollen die Menschen im Schnitt 262 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. 2025 lag der Wert bei 263 Euro.

Mehr als die Hälfte der Befragten plant, gleich viel wie im Vorjahr auszugeben. 10 Prozent wollen mehr ausgeben, 24 Prozent weniger. Der HDE spricht deshalb von stabilen Geschenkausgaben bei verhaltener Konsumlaune.

56 Prozent der Nonfood-Händler erwarten ein schlechteres Geschäft

Auf Händlerseite fällt das Bild gemischter aus. Der HDE hat 300 Handelsunternehmen befragt. 29 Prozent der Händler gehen davon aus, dass sich die Kundschaft die Freude am Weihnachtseinkauf auch in schwierigen Zeiten nicht nehmen lässt. Knapp ein Viertel erwartet, dass die schlechte Stimmung den Geschenkekauf nicht beeinträchtigt.

Im Nicht-Lebensmittelhandel (Nonfood, also etwa Elektronik, Bekleidung, Spielwaren oder Möbel) rechnen dagegen 56 Prozent der befragten Unternehmen mit einem schlechteren oder deutlich schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Dieser Bereich ist für den Onlinehandel der relevante, weil dort der Großteil der Geschenkkäufe stattfindet.

Online wächst doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt

Das erwartete Online-Wachstum von 4,1 Prozent liegt mehr als doppelt so hoch wie das Plus von 2 Prozent für den Gesamthandel. Der stationäre Handel wächst rechnerisch entsprechend langsamer, da der Onlineanteil im Gesamtwert enthalten ist. Der Markt, in dem Onlinehändler sich bewegen, wächst damit nominal – mehr sagt die Zahl nicht aus.

Wie sich die 23,1 Milliarden Euro auf Marktplätze, Plattformen aus China und eigene Shops verteilen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Der HDE weist die Online-Zahl nur als Gesamtwert aus. Welche Anbieter vom Wachstum profitieren, lässt sich aus der Prognose daher nicht ableiten.

Krisenfest oder nur stabil? Was die Zahlen hergeben

Die Prognose beschreibt ein Weihnachtsgeschäft ohne Einbruch, aber auch ohne Aufschwung. 2 Prozent nominales Plus bei gleichbleibendem Geschenkbudget pro Kopf und einem Viertel der Verbraucher, die weniger ausgeben wollen, bedeuten real wenig Spielraum. Die Händlerumfrage zeigt zudem, dass die Mehrheit im Nonfood-Bereich mit Rückgängen rechnet, während der Verband insgesamt von Wachstum ausgeht.

Der HDE selbst fasst die Lage mit den Worten „Weihnachten zeigt sich krisenfest“ zusammen. Ob das zutrifft, zeigt sich erst mit den tatsächlichen Umsätzen im Januar. Bis dahin gilt: Das Weihnachtsgeschäft 2026 wird nach aktueller Prognose stabil, mehr nicht.

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