Die freenet Störung dauert am Mittwoch (4. November 2026) seit mehr als 30 Stunden an, und parallel meldeten Telekom-Kunden am Morgen Ausfälle bei E-Mail und Internet. Sieben Onlineshops der freenet-Gruppe sind seit Dienstagmorgen nicht erreichbar. Bei der Telekom hing das E-Mail-Center rund drei Stunden, dazu kamen Beschwerden über Breitbandanschlüsse aus mehreren Großstädten. Onlinehändler merken das an weniger Besuchern, verzögerten Bestellbestätigungen und ein paar Stunden weniger Umsatz. Auch wortfilter.de verzeichnet heute weniger Zugriffe als an einem normalen Mittwoch.

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Sieben Shops dunkel: Was bei freenet seit Dienstag passiert

Seit Dienstagmorgen (3. November) sind freenet.de, klarmobil.de, happy-sim.de, unlimited-mobile.de, mega-sim.de, mobilfunk.de und crash-tarife.de nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Wie teltarif.de berichtet , zeigte freenet.de zunächst eine Sperrmeldung des Schutzdienstes Cloudflare („You are unable to access freenet.de“). Gegen Mittag bestätigte freenet dem Portal eine „größere technische Störung in der IT-Systemlandschaft“ und erklärte, mit einer kurzfristigen Wiederherstellung sei nicht zu rechnen. Inzwischen steht auf allen betroffenen Seiten eine Wartungsmeldung: „Wir sind bald zurück!“

Stand Mittwoch, 13 Uhr, zeigt freenet.de weiterhin diese Wartungsseite (eigene Prüfung). Die Logins in die Kundencenter funktionieren nicht, Tarife lassen sich nicht buchen. Was läuft: die Mail-Server und die freenet-App. Netzwelt konnte am Mittwochmorgen über die App Mails senden und empfangen. simdealz.de meldete am Dienstagabend, dass mail.freenet.de, die Konzernseite freenet.ag, freenet-funk.de und waipu.tv erreichbar waren. Kunden von klarmobil berichten, dass Telefonie und mobile Daten funktionieren, der Verbrauch aber nicht einsehbar ist. freenet selbst äußert sich nicht zu Telefonie, SMS oder mobilen Daten.

Zur Ursache macht freenet seit Dienstag keine Angaben. Ob ein Angriff von außen, ein Datenabfluss oder ein internes Systemversagen hinter dem Ausfall steckt, ist weder bestätigt noch ausgeschlossen. Die anfängliche Cloudflare-Sperre deutet laut teltarif auf ein Sicherheits- oder Schutzsystem hin, das den Zugriff blockiert hat. Einen Zeitplan für die Wiederherstellung nennt das Unternehmen nicht.

Telekom: E-Mail-Center hing drei Stunden, Breitband wackelte von Hamburg bis München

Bei der Telekom begannen die Störungsmeldungen am Mittwoch gegen 7:10 Uhr. Nutzer von T-Online konnten keine E-Mails empfangen oder verschicken, auch der Login hakte. Wie teltarif.de berichtet , bestätigte die Telekom eine technische Störung im E-Mail-Center: Das Öffnen, Beantworten und Weiterleiten von Mails war verzögert, eingehende Mails kamen verspätet an, auch in der Telekom-Mail-App. Der Faxversand über das E-Mail-Center war ebenfalls betroffen. Gegen 10:10 Uhr meldete die Telekom die Störung als behoben.

Parallel häuften sich Beschwerden über Internetanschlüsse. Laut Stuttgarter Zeitung entfielen auf dem Störungsportal Downdetector 58 Prozent der Meldungen auf das Breitband-Internet, 19 Prozent auf WLAN und 18 Prozent auf mobiles Internet. Bei Netzwelt betrafen 62 Prozent der Meldungen die Internetverbindung und 12 Prozent das Mobilfunknetz. Die Meldungen kamen unter anderem aus Frankfurt am Main, Berlin, München, Stuttgart, Köln und Hamburg. Ob die Breitbandprobleme mit der E-Mail-Störung zusammenhängen, hat die Telekom nicht bestätigt. Hinzu kommen regionale Ausfälle, etwa in Hilden, wo der Telekom-Support eine Behebungsdauer von bis zu drei Tagen genannt hat.

Weniger Besucher, weniger Bestellungen: Was Händler heute merken

Die Shops der Onlinehändler selbst laufen. Betroffen ist die Kundenseite: Wer am Mittwochmorgen über einen gestörten Telekom-Anschluss ins Netz wollte, hat nicht bestellt. Die Telekom ist der größte Festnetzanbieter in Deutschland, ein Ausfall von zwei bis drei Stunden am Vormittag schlägt direkt auf die Besucherzahlen durch. Auf wortfilter.de liegen die Zugriffe heute spürbar unter dem üblichen Mittwochsniveau. Wie viel davon im Tagesverlauf nachgeholt wird, zeigt sich erst am Abend.

Der zweite Effekt läuft über die E-Mail. Bestellbestätigungen, Versandbenachrichtigungen und Zahlungsaufforderungen an t-online.de-Adressen kamen am Vormittag verzögert an. Das erzeugt Rückfragen im Kundenservice („Ich habe keine Bestätigung bekommen“) und im Zweifel Doppelbestellungen. Bei freenet.de-Adressen ist es umgekehrt: Die Mail-Server laufen, die Mails kommen an. Wer seine Post aber nur über das Webmail-Portal liest, sieht sie seit Dienstag nicht, weil die Seite nicht erreichbar ist.

Händler, die Mobilfunkverträge von freenet oder klarmobil für ihr Geschäft nutzen, kommen seit Dienstag nicht ins Kundencenter. Rechnungen, Verbrauch und Vertragsdaten sind nicht abrufbar, Tarifwechsel oder Neubestellungen nicht möglich. Das Netz selbst funktioniert nach Kundenberichten.

Vier Punkte, die du heute noch prüfen solltest

  • Mail-Logs prüfen: Schau in die Zustellprotokolle deines Shopsystems oder Mailversenders nach verzögerten oder abgewiesenen Mails an t-online.de- und freenet.de-Adressen vom Vormittag. Hängende Nachrichten aus der Warteschlange erneut senden.
  • Support vorbereiten: Eine Standardantwort für „keine Bestellbestätigung erhalten“ spart Zeit. Vor dem Stornieren einer vermeintlichen Doppelbestellung die Bestellnummern abgleichen.
  • Kampagnen-Kennzahlen nicht überbewerten: Der heutige Vormittag taugt nicht als Vergleichswert für Anzeigenbudgets oder Conversion-Rates. Wer Gebote automatisch an die Tagesleistung koppelt, sollte den 4. November aus der Bewertung nehmen.
  • freenet-Kundencenter: Wer Rechnungen oder Vertragsdaten aus einem freenet- oder klarmobil-Vertrag braucht, kommt derzeit nur über die Hotline weiter. Einen Termin für die Wiederherstellung gibt es nicht.

Über 30 Stunden offline: Die Fragen, die freenet nicht beantwortet

Die Telekom hat ihre E-Mail-Störung innerhalb von drei Stunden benannt und behoben. freenet ist seit Dienstagmorgen offline und kommuniziert seitdem mit einem einzigen Satz auf der Wartungsseite. Die Onlineshops sind der Vertriebskanal für sieben Mobilfunkmarken, zwei Verkaufstage sind damit bereits verloren. Drei Fragen bleiben offen: Was ist die Ursache, sind Kundendaten betroffen, und wann laufen die Systeme wieder.

Für Onlinehändler ist der Tag ein Hinweis darauf, wie abhängig der eigene Umsatz von Infrastruktur ist, die sie nicht kontrollieren. Der Shop kann fehlerfrei laufen und trotzdem bleibt die Kasse leer, wenn der Kunde nicht ins Netz kommt oder seine Mail nicht findet. Solange freenet schweigt, bleibt jede weitere Stunde Ausfall eine Stunde ohne Antwort und ohne Neukunden.

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