Auch viele Onlinehändler haben es nicht so richtig mit dem Prompten bzw. der Bedienung von KI. Das ist schade, denn KI bedeutet Arbeitserleichterung, mit der sich Ressourcen sparen lassen. Aber gerade die „Älteren“ unter uns beschäftigen sich zu wenig mit KI. Und dann passiert, was nicht passieren sollte: „Shit in, Shit out“. Dabei reichen oft zehn einfache Tricks für bessere KI-Prompts.

Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.

Alte KI-Prompts: Der Experten-Trick verbrennt nur Token

Viele Prompt-Tipps stammen aus der Anfangszeit von ChatGPT. Einige davon sind heute Ballast. Der Klassiker „Du bist ein erfahrener E-Commerce-Experte“ verbraucht also nur Token (die Texteinheiten, in die ein Sprachmodell jeden Text zerlegt). Auch der Versuch, die KI mit Worten zu manipulieren, läuft ins Leere. Aktuelle Modelle durchschauen das.

Was hilft, sind klare Ansagen. Die KI ist nicht beleidigt, wenn du kurz angebunden bist. Lässt du Fragen offen, füllt sie die Lücken selbst – oft anders, als du willst. Schreib deshalb dazu: „Stell mir Rückfragen, bevor du anfängst.“

Läuft ein Chat einmal aus dem Ruder, schleppt die KI den Fehler oft bis zum Ende mit. Dann startest du besser einen neuen Chat.

Ohne Datum lebt die KI in der Vergangenheit

Sprachmodelle haben kein echtes Zeitgefühl. Auch mit Internetzugang greifen sie ohne Zeitangabe schnell auf alte Trainingsdaten zurück. Nenne deshalb das heutige Datum und grenze den Zeitraum der Recherche ein. Zum Beispiel: „Heute ist der 29. September 2026. Welche Änderungen an den Verkaufsgebühren von Amazon gab es in den letzten 30 Tagen?“

Der zweite Punkt ist das Ziel. Wer nur ein Thema vorgibt, bekommt lange Texte und muss die Infos darin suchen. Gib deshalb Länge, Tonfall und Format vor: „Schreib eine Produktbeschreibung mit 120 Wörtern, Du-Ansprache, danach drei Stichpunkte zu Material, Maßen und Pflege.“

Dazu kommt der Kontext. Wer ist die Zielgruppe? Soll die KI breit suchen oder nur bestimmte Quellen nutzen? Je konkreter, desto besser. „Aktuell“ ist ein dehnbarer Begriff, „die letzten 30 Tage“ nicht. Auch „Zielgruppe: Hobbygärtner ab 50, die ein Hochbeet aus Lärche suchen“ liefert andere Texte als „schreib was über Hochbeete“.

„Mach mal locker“ versteht keine Maschine

Adjektive wie „schön“, „kurz“ oder „locker“ versteht jeder Mensch anders. Die KI muss dann raten, was du meinst. Besser funktionieren Beispiele. Kopier zwei deiner besten Produkttexte in den Prompt und schreib dazu: „Schreib im gleichen Stil.“ So zeigst du der KI, was du willst.

Außerdem überfordern große Aufgaben in einem Rutsch jedes Modell. Irgendwo schleicht sich ein Fehler ein, und der zieht sich durch die ganze Antwort. Zerlege die Aufgabe deshalb in Schritte. Bei einer Retourenanalyse heißt das: Zuerst sortiert die KI die Retourengründe aus deinem Export. Danach bewertet sie die Häufungen. Erst dann formuliert sie eine Vorlage für die Kundenmail. So vermeidest du Folgefehler.

Wichtig dabei: Namen, Adressen und E-Mail-Adressen deiner Kunden löschst du vor dem Hochladen. Sonst hast du ein Problem mit der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung).

Die KI klingt immer sicher – auch bei erfundenen Fakten

Das größte Problem: KI-Antworten klingen fast immer souverän. Das gilt auch dann, wenn die Datenbasis dünn ist. Weiß das Modell nichts, formuliert es trotzdem eine Antwort. Fachleute nennen das Halluzinationen (erfundene Fakten, die plausibel klingen). Erlaube der KI deshalb ausdrücklich, Lücken zuzugeben: „Wenn du etwas nicht sicher weißt, schreib ‚unklar‘.“

Bei Rechtsfragen ist das Pflicht. Widerrufsfristen, Grundpreise, Garantieaussagen – hier reicht eine erfundene Angabe für eine Abmahnung. Für falsche Angaben im Shop haftest du. Die KI haftet für nichts.

Fordere außerdem Primärquellen. Eine Quellenangabe allein hilft wenig, denn viele Infos im Netz sind Stille Post. Frag nach dem Gesetzestext, dem Urteil oder der offiziellen Hilfeseite des Marktplatzes. Verlange zudem, dass die KI tatsächlich recherchiert und nicht aus dem „Gedächtnis“ antwortet.

Zum Schluss kommt die Korrekturschleife. Prüf die Ergebnisse selbst. Zusätzlich kannst du die KI ihre eigene Antwort kontrollieren lassen: „Prüfe alle Zahlen, Daten und Zitate in deiner Antwort.“ Laut BASIC thinking klappt das gut, vor allem bei Jahreszahlen und Zitaten.

Schluss mit dem Ja-Sager: Lass die KI deine Idee zerlegen

Du erzählst der KI von deiner Idee, und sie feiert sie als Geniestreich. Einen Ja-Sager brauchst du nicht. Fordere deshalb Widerspruch ein oder stell die Frage negativ. Statt „Passt meine neue Versandkostenstaffel?“ fragst du: „Finde fünf Schwachstellen in meiner Versandkostenstaffel.“ Oder: „Was spricht gegen diese Preiserhöhung?“

Der letzte Trick: Schließ aktiv aus, was du nicht willst. Allerdings lenkt die Erwähnung eines Begriffs die Aufmerksamkeit der KI manchmal erst dorthin. Kombiniere deshalb positive und negative Vorgaben: „Bleib sachlich. Verwende keine Superlative.“ Bei Produkttexten setzt du Wörter wie „revolutionär“ oder „einzigartig“ gleich mit auf die Verbotsliste.

Copy & Paste: Ein Prompt, alle zehn Tricks

Alle Tricks lassen sich in einer Vorlage für KI-Prompts bündeln. Die eckigen Klammern ersetzt du durch deine eigenen Angaben:

Heute ist der [Datum]. Ich betreibe einen Onlineshop für [Sortiment]. Zielgruppe: [Zielgruppe].

Aufgabe: Schreib eine Produktbeschreibung für [Produkt]. Länge: [120] Wörter, Du-Ansprache, danach drei Stichpunkte zu [Material, Maße, Pflege].

Stil wie in diesen Beispielen: [zwei eigene Produkttexte einfügen].

Bleib sachlich. Verwende keine Superlative.

Wenn dir Angaben fehlen, stell mir Rückfragen, bevor du schreibst. Wenn du etwas nicht sicher weißt, schreib „unklar“. Prüfe am Ende alle Zahlen in deinem Text.

Die Vorlage funktioniert in ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot. Speicher sie dir als Textbaustein ab. Dann tippst du sie nicht jedes Mal neu.

Wer schlampig fragt, bekommt schlampige Texte

Gute KI-Prompts kosten kein Geld. Sie kosten nur ein paar Sekunden mehr beim Tippen. Trotzdem füttern viele Händler die KI mit einem Halbsatz und wundern sich über das Ergebnis. Danach heißt es im Kollegenkreis: „KI taugt nichts.“

Die Konkurrenz sieht das anders. Wer Produkttexte, Kundenmails und Marktanalysen mit KI erledigt, hat mehr Zeit für Einkauf und Marketing. „Shit in, Shit out“ gilt auch 2026 – nur liefert die KI den Mist heute in Sekunden.

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