Revolut BLIK steht seit Mitte Oktober allen Revolut-Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum zur Verfügung, also auch in Deutschland. BLIK ist das mobile Bezahlverfahren der polnischen Banken: Kunden zahlen mit einem sechsstelligen Code aus ihrer Banking-App, ganz ohne Karte. Die Kundenmail dazu kam allerdings erst am 27. Oktober – knapp zwei Wochen nachdem die neuen Gebühren schon gelten. Neu ist vor allem eine Position: Wer mit einem BLIK-Code ohne Karte Bargeld abhebt, zahlt 2 Prozent, mindestens 5 Złoty. Für Onlinehändler zählt etwas anderes: Revolut-Kunden aus ganz Europa können jetzt bei polnischen Shops mit dem Verfahren bezahlen, das dort den Online-Zahlungsverkehr dominiert.
Inhaltsverzeichnis
- Sechs Ziffern statt Karte: So funktioniert BLIK
- „Internationale Gebühren“ im Betreff, Polen im Text
- Mail am 27., Gebühr seit dem 15. – zwei Daten, ein Problem
- 2,9 Milliarden Zahlungen: Warum Revolut BLIK so wichtig ist
- Seit 2024 in Polen, jetzt EU-weit – mit einer Einschränkung
- Wer nach Polen verkauft, kommt an BLIK nicht vorbei
Fasse den Artikel im Bullet-Stil zusammen.
Sechs Ziffern statt Karte: So funktioniert BLIK
BLIK ist seit 2015 am Markt. Betreiber ist die Gesellschaft Polski Standard Płatności, hinter der die großen polnischen Banken stehen. Das Verfahren steckt direkt in den Banking-Apps dieser Banken, eine eigene App oder Registrierung braucht der Kunde nicht. Das Geld fließt direkt vom Girokonto, Kartendaten bekommt der Händler nie zu sehen.
Der Ablauf ist kurz. Der Kunde wählt im Shop BLIK als Zahlart, öffnet seine Banking-App und erzeugt dort einen sechsstelligen Code. Dieser Code gilt rund zwei Minuten. Der Kunde tippt ihn an der Kasse ein und bestätigt die Zahlung anschließend in der App. Mit demselben Prinzip funktionieren Überweisungen an eine Handynummer, kontaktloses Bezahlen im Laden und Bargeldabhebungen am Automaten ohne Karte.
„Internationale Gebühren“ im Betreff, Polen im Text
Der Betreff der Mail lautet „Eine Aktualisierung unserer internationalen Zahlungsgebühren“. Im Text geht es dann um ein einziges Produkt. Revolut führt BLIK „im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum“ ein. Kunden können damit in Polen im Laden bezahlen, Bargeld per Code am Automaten abheben und online bei polnischen Händlern einkaufen. Handlungsbedarf sieht Revolut nicht. Wer mit den Bedingungen nicht einverstanden ist, soll das Produkt einfach nicht nutzen.
Im Anhang stecken vier PDFs, je eines für die Tarife Standard, Plus, Premium und Metal. Die eigentliche Änderung umfasst darin wenige Zeilen. Für kartenlose Abhebungen mit BLIK berechnet Revolut laut Gebührenverzeichnis 2 Prozent des Betrags, mindestens aber 5 Złoty (rund 1,20 Euro). Revolut bucht diese Gebühr immer vom Złoty-Unterkonto ab. Für Abhebungen mit Karte bleibt es im Standard-Tarif bei der alten Regel. Bis zu fünf Abhebungen oder 200 Euro pro rollierendem Monat sind frei, danach fallen 2 Prozent an, mindestens 1 Euro.
Mail am 27., Gebühr seit dem 15. – zwei Daten, ein Problem
Die Mail nennt als Stichtag den „14 October 2026″. Das beigefügte Gebührenverzeichnis spricht dagegen vom 15. Oktober 2026. Versendet hat Revolut die Nachricht am 27. Oktober. Die Kunden erfahren also erst knapp zwei Wochen später von Bedingungen, die bereits gelten.
Revolut begründet das mit der Konstruktion als neues Produkt. Wer BLIK nicht aktiv nutzt, zahlt die neue Gebühr nicht. Bestehende Konditionen für Karte, Überweisung und Währungstausch ändern sich im Standard-Tarif nicht. Zudem braucht es für eine BLIK-Abhebung ein Złoty-Konto mit Guthaben. Wer also bisher keine Złoty hält, ist praktisch nicht betroffen.
2,9 Milliarden Zahlungen: Warum Revolut BLIK so wichtig ist
BLIK gehört der Gesellschaft Polski Standard Płatności, hinter der die großen polnischen Banken stehen. Im Jahr 2025 liefen laut BLIK 2,9 Milliarden Transaktionen über das System, mit einem Volumen von 441,5 Milliarden Złoty (104,9 Milliarden Euro). Rund 20 Millionen Menschen nutzen BLIK aktiv, das ist etwa die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung Polens.
Der Onlinehandel ist dabei der größte Kanal. 2025 zählte BLIK 1,4 Milliarden E-Commerce-Zahlungen, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Warenkorb lag bei 158 Złoty (rund 37,50 Euro). Nach Daten der polnischen Nationalbank entfielen im ersten Quartal 2025 rund 70 Prozent aller Online-Zahlungen in Polen auf BLIK, wie der Zahlungsdienstleister payabl zusammenfasst . Kartenzahlungen kamen im polnischen E-Commerce 2025 nach Schätzungen auf rund 65 Milliarden Złoty, BLIK auf 219 Milliarden.
Seit 2024 in Polen, jetzt EU-weit – mit einer Einschränkung
Revolut war im November 2024 das erste ausländische Institut, das BLIK eingebunden hat. Zunächst galt das nur für Kunden in Polen . Mit dem aktuellen Schritt öffnet Revolut die Funktion für alle Kunden im EWR. Die Nutzung bleibt allerdings auf Transaktionen mit polnischen Händlern und Geldautomaten beschränkt. Ein deutscher Shop kann über Revolut also keine BLIK-Zahlung von deutschen Kunden empfangen.
BLIK selbst arbeitet seit einiger Zeit an der Expansion. In der Slowakei können Kunden der Tatra Banka seit 2024 online mit BLIK bezahlen. Auf dem Web Summit 2025 zeigte das Unternehmen zudem eine erste Testüberweisung zwischen BLIK und dem portugiesischen System MB WAY. Revolut ist mit nach eigenen Angaben über 70 Millionen Kunden weltweit der bislang größte Hebel für BLIK außerhalb Polens.
Wer nach Polen verkauft, kommt an BLIK nicht vorbei
Für Onlinehändler mit Kunden in Polen ist Revolut BLIK ein weiteres Signal. Polnische Käufer sind BLIK an der Kasse gewohnt, und jetzt zahlen auch Revolut-Kunden aus anderen EU-Ländern bei polnischen Shops damit. Große Zahlungsdienstleister wie Adyen, Stripe, Mollie oder PayU bieten BLIK als Zahlart an. Du solltest deshalb prüfen, ob dein Payment-Anbieter BLIK unterstützt und welche Gebühren dafür anfallen.
Zusätzlich lohnt ein Blick in die Pro-Konditionen, die im selben Gebührenverzeichnis stehen. Wer als Selbstständiger Zahlungen über Revolut Pro annimmt, zahlt online 1 Prozent plus 20 Cent bei Verbraucherkarten aus dem EWR. Für andere Karten verlangt Revolut 2,8 Prozent plus 20 Cent. Eine erfolgreiche Rückbuchung (Chargeback) kostet 15 Euro beziehungsweise 80 Złoty.




