Der Umsatz im Onlinehandel ist im August 2026 real um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, während der gesamte Einzelhandel real 0,4 Prozent verlor. Das zeigen vorläufige Ergebnisse, die das Statistische Bundesamt (Destatis) am 30. September 2026 veröffentlicht hat. Gegenüber Juli 2026 legte der Internet- und Versandhandel zudem real um 3,7 Prozent zu, der Einzelhandel insgesamt um 1,3 Prozent. Onlinehändler erhalten damit einen Vergleichsmaßstab für die eigene Umsatzentwicklung. Allerdings folgt das August-Plus auf einen schwachen Juli, und alle Werte sind vorläufig.

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Umsatz im Onlinehandel wächst, der Gesamtmarkt schrumpft real

Destatis führt den Onlinehandel als Wirtschaftszweig „Internet- und Versandhandel“. Dieser Bereich erzielte im August 2026 gegenüber dem Vormonat ein Umsatzplus von real (preisbereinigt) 3,7 Prozent und nominal (nicht preisbereinigt) 4,4 Prozent. Die Werte sind kalender- und saisonbereinigt, die Statistiker rechnen also unterschiedlich viele Verkaufstage und jahreszeitliche Muster heraus. Im Vergleich zum August 2025 wuchs der Umsatz außerdem real um 3,5 Prozent und nominal um 4,8 Prozent. Damit weist der Internet- und Versandhandel den höchsten realen Zuwachs aller Bereiche aus, die die Pressemitteilung nennt.

Der Einzelhandel insgesamt entwickelte sich dagegen schwächer. Gegenüber Juli stieg der Umsatz real um 1,3 Prozent und nominal um 1,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich sank er jedoch real um 0,4 Prozent, während er nominal um 2,6 Prozent zulegte. Der Handel mit Nicht-Lebensmitteln verlor gegenüber August 2025 real 0,8 Prozent, der Lebensmittelhandel gewann real 0,5 Prozent. Zwischen dem Umsatz im Onlinehandel und dem Non-Food-Handel insgesamt liegen somit real 4,3 Prozentpunkte.

BereichVormonat realVormonat nominalVorjahr realVorjahr nominal
Einzelhandel insgesamt+1,3 %+1,7 %-0,4 %+2,6 %
Lebensmittel+0,9 %+1,0 %+0,5 %+0,9 %
Nicht-Lebensmittel+1,6 %+2,0 %-0,8 %+3,5 %
Internet- und Versandhandel+3,7 %+4,4 %+3,5 %+4,8 %
Tankstellen0,0 %+2,6 %-8,7 %+10,7 %
Veränderung des Einzelhandelsumsatzes im August 2026, kalender- und saisonbereinigt, vorläufige Ergebnisse. Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 346

Online steigen die Preise langsamer als im übrigen Handel

Die Differenz zwischen nominaler und realer Veränderung gibt einen Hinweis auf die Preisentwicklung. Beim Umsatz im Onlinehandel beträgt sie im Vorjahresvergleich rund 1,3 Prozentpunkte (4,8 minus 3,5). Im Einzelhandel insgesamt liegt sie dagegen bei rund 3,0 Prozentpunkten, im Handel mit Nicht-Lebensmitteln bei rund 4,3 Prozentpunkten. Rechnerisch verteuerten sich online verkaufte Waren demnach um etwa drei Prozentpunkte weniger als das Sortiment des gesamten Non-Food-Handels. Am größten ist die Lücke bei den Tankstellen: Dort sank der Umsatz real um 8,7 Prozent, nominal stieg er um 10,7 Prozent.

Diese Rechnung ist allerdings eine Näherung. Denn die Pressemitteilung enthält keine Preisindizes für einzelne Bereiche. Zudem lässt der Befund zwei Lesarten zu. Erstens kann der Preiswettbewerb im Netz den Spielraum für Erhöhungen begrenzen, weil Kunden Angebote dort schnell vergleichen. Zweitens können Warengruppen mit geringer Teuerung online ein höheres Gewicht haben als im stationären Handel. Welche Erklärung überwiegt, lassen die Daten offen.

Gesichert ist dagegen die Richtung: Das Plus beim Umsatz im Onlinehandel beruht überwiegend auf mehr verkaufter Ware. Im Einzelhandel insgesamt stammt das nominale Wachstum hingegen vollständig aus höheren Preisen, denn real ging der Umsatz zurück.

Der schwache Juli relativiert das August-Plus

Der Anstieg im August folgt auf einen Rückgang. Im Juli 2026 sank der Einzelhandelsumsatz nach revidierten Ergebnissen gegenüber dem Vormonat real um 3,2 Prozent und nominal um 1,4 Prozent. Zunächst hatte Destatis minus 3,4 und minus 1,7 Prozent gemeldet. Das August-Plus von 1,3 Prozent gleicht diesen Rückgang daher nur zum Teil aus. Rechnerisch liegt der reale Umsatz des gesamten Einzelhandels somit weiterhin rund 1,9 Prozent unter dem Niveau vom Juni 2026.

Für den Umsatz im Onlinehandel nennt die Pressemitteilung keine Juli-Werte. Ob das Plus von 3,7 Prozent ebenfalls auf einen schwachen Vormonat folgt, lässt sich aus ihr deshalb nicht ablesen. Die vollständigen Zeitreihen stellt Destatis in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 45212) bereit. Außerdem weist das Amt darauf hin, dass der Vormonatsvergleich die kurzfristige Konjunktur zeigt, der Vorjahresvergleich hingegen das längerfristige Niveau.

Neue Methodik: Mehrkanalhändler zählen jetzt anders

Destatis hat die Konjunkturstatistik im Einzelhandel zum Berichtsmonat Mai 2026 umgestellt. Die Statistik nutzt seitdem das Basisjahr 2021 und Laspeyres-Indizes (Indizes mit festen Gewichten aus dem Basisjahr) anstelle von Messzahlen. Außerdem erfasst sie Geschäftsfelder rechtlicher Einheiten statt der rechtlichen Einheiten selbst. Dadurch lassen sich die Aktivitäten eines Unternehmens laut Destatis differenzierter erfassen und präziser den Wirtschaftszweigen zuordnen. Details erläutert das Amt in einem Webartikel zu den methodischen Änderungen .

Wie die Statistik den Umsatz im Onlinehandel abgrenzt, kann sich dadurch ändern. Betreibt ein Unternehmen Filialen und einen Onlineshop, kann die Statistik beide Geschäftsfelder nun getrennt zuordnen. Wer aktuelle Werte mit älteren Veröffentlichungen vergleicht, sollte die Umstellung daher berücksichtigen. In welchem Umfang sie die Zeitreihe des Internet- und Versandhandels verändert hat, beziffert die Pressemitteilung jedoch nicht.

Umsatz im Onlinehandel: Ein Monatswert belegt keinen Trend

Alle August-Zahlen sind allerdings vorläufig. Destatis veröffentlicht sie in der Regel 30 Tage nach Monatsende und aktualisiert sie nach 45 Tagen, weil Unternehmen Daten verspätet melden. Die Korrekturen dokumentiert das Amt anschließend in Revisionstabellen . Die Juli-Revision um 0,2 und 0,3 Prozentpunkte zeigt beispielsweise die Größenordnung, in der sich Werte nachträglich verschieben können.

Als Vergleichsmaßstab eignet sich vor allem der nominale Vorjahreswert, denn Onlinehändler erfassen ihre Umsätze ebenfalls nominal. Wer im August 2026 weniger als 4,8 Prozent über dem Vorjahresmonat lag, ist langsamer gewachsen als der Durchschnitt des Internet- und Versandhandels. Dieser Durchschnitt umfasst jedoch alle Sortimente und Unternehmensgrößen, einzelne Warengruppen können abweichen. Zudem sind die amtlichen Werte kalender- und saisonbereinigt, die Zahlen aus der eigenen Buchhaltung sind es nicht.

Ob der Umsatz im Onlinehandel dauerhaft schneller wächst als der übrige Handel, zeigen erst die nächsten Monatswerte. Für den August gilt somit: Der Onlinehandel wächst über die Menge, der Einzelhandel insgesamt nur über den Preis.

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