Amazon Shop Direct umfasst inzwischen 250 Millionen Angebote externer Onlineshops, berichtet The Information . Kunden können die Produkte bei Amazon finden und anschließend beim jeweiligen Händler kaufen. Bei ausgewählten Angeboten übernimmt Amazons KI sogar die Bestellung. Zugleich sperrt der Konzern fremde Einkaufsagenten wie Metas Muse auf seiner eigenen Plattform. Ein Start von Shop Direct in Deutschland ist bislang nicht angekündigt.

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Amazon Shop Direct wächst über den Marktplatz hinaus

Im März 2026 hatte Amazon mehr als 100 Millionen Produkte von über 400.000 Händlern genannt. Die Angebote stammen aus Shops außerhalb des eigenen Marktplatzes. Für diese Händler wird Amazon damit zu einem weiteren Zugang zu Kunden, die ihre Produktsuche dort beginnen.

Wer auf „Shop Direct“ tippt, verlässt Amazon und gelangt zum Shop des Anbieters. Dort bestellt und bezahlt der Kunde wie bei jedem anderen Einkauf. Bei einem Teil der Produkte bietet Amazon zusätzlich „Buy for Me“ an. Über diese Funktion kann der Kunde den Einkauf an Amazons KI übertragen.

Amazon bestellt, der Händler liefert

Bei Buy for Me bestätigt der Käufer zunächst bei Amazon die Bestelldaten samt Lieferadresse, Zahlungsart, Steuern und Versandkosten. Danach führt der KI-Agent die Bestellung auf der Website des Händlers aus. Er nutzt dafür die bei Amazon hinterlegten Adress- und Zahlungsdaten.

Für Lieferung, Retouren, Umtausch und Kundenservice bleibt der externe Händler zuständig. Den Bestellstatus kann der Käufer auch bei Amazon verfolgen. Der angebundene Dienstleister CEDCommerce nennt die Teilnahme an der Shop-Direct-Produktsuche derzeit gebührenfrei .

Metas Einkaufsagent scheitert an Amazons Sperre

Während Amazon seine KI in fremden Shops einkaufen lässt, verwehrt der Konzern anderen Agenten den Zugang zur eigenen Plattform. Am 20. September bestätigte Amazon gegenüber GeekWire die Sperre von Metas Muse auf Amazon.com . Zuvor hatte Amazon Meta erfolglos aufgefordert, die Website aus dem Dienst zu entfernen.

Amazon wirft Meta vor, den Zugriff vorab nicht abgestimmt zu haben. Außerdem gebe sich Muse beim Besuch der Website nicht als KI-Agent zu erkennen. Der Konzern äußerte auch Bedenken zum Umgang mit Zugangsdaten. Meta erklärt dagegen , Muse könne Passwörter und Zahlungsdaten nicht einsehen. Zugangsdaten lägen in einem getrennten Speicher; vor einem Kauf hole der Agent die Zustimmung des Nutzers ein.

Händler können ihre Kataloge an Amazon anbinden

Amazon bietet für Shop Direct inzwischen auch Produktfeeds an. Händler können darüber ihre Kataloge, Preise und Bestände übermitteln. Als Partner nennt der Konzern Feedonomics, Salsify und CEDCommerce.

Zudem sieht Amazon einen Ausstieg aus dem Programm vor. Informationen dazu finden Händler auf der verlinkten Programmseite . Als Kontakt nennt Amazon [email protected].

Für Amazon.de gibt es bislang keinen Starttermin

Amazon bietet Shop Direct nach eigenen Angaben US-Kunden auf Amazon.com, in der Shopping-App und im mobilen Browser an. Für Amazon.de hat der Konzern in seinen Programminformationen bislang weder eine Einführung noch einen Starttermin angekündigt.

Deutsche Onlinehändler mit US-Geschäft können sich zur Teilnahme an Amazon oder einen der Feed-Anbieter wenden. Ob Händler aus Deutschland zugelassen sind, geht aus Amazons öffentlicher Beschreibung nicht hervor.

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