Die eBay Quartalszahlen Q3 2026 zeigen ein Handelsvolumen (GMV, Gross Merchandise Volume: Wert aller bezahlten Transaktionen inklusive Versand und Steuern) von 23,2 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 15 Prozent zum Vorjahr. Der Zuwachs verteilt sich ungleich: Das US-Geschäft wächst um 27 Prozent, das internationale Geschäft, zu dem auch Deutschland zählt, nur um 4 Prozent. Die Zahl der aktiven Käufer steigt auf 147 Millionen, davon stammen 11 Millionen aus den Zukäufen Depop und Tise. Für Onlinehändler in Deutschland sind drei Neuerungen relevant: eBay International Shipping, kostenlose Rücksendungen im Kfz-Teile-Segment und der Ausbau der Echtheitsprüfung für Luxusmode in 23 EU-Ländern. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen aus der Pressemitteilung und der Investorenpräsentation vom 28. Oktober 2026 ein.

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23,2 Milliarden Dollar – das Wachstum kommt fast nur aus den USA

Der Umsatz von eBay Inc. liegt im dritten Quartal bei 3,206 Milliarden US-Dollar, 14 Prozent über dem Vorjahresquartal. Das GMV erreicht 23,166 Milliarden US-Dollar. Währungsbereinigt beträgt das GMV-Wachstum 16 Prozent, organisch (ohne die Zukäufe Depop und Tise) 13 Prozent. Die Take Rate (Anteil des Umsatzes am Handelsvolumen) liegt bei 13,8 Prozent und damit leicht unter den 14,0 Prozent der Vorquartale. Der operative Gewinn nach Non-GAAP-Rechnung (bereinigt um Aktienvergütung, Abschreibungen auf Übernahmen und Restrukturierung) steigt auf 843 Millionen US-Dollar. Der Gewinn nach GAAP-Rechnung (US-Bilanzierungsstandard) sinkt dagegen von 593 auf 501 Millionen US-Dollar, weil im Vorjahr ein einmaliger Steuereffekt enthalten war.

Kennzahl Q3 2026Q3 2026Q3 2025Veränderung
Handelsvolumen (GMV)23,166 Mrd. $20,105 Mrd. $+15 % (währungsbereinigt +16 %)
Umsatz3,206 Mrd. $2,820 Mrd. $+14 % (währungsbereinigt +13 %)
Take Rate13,8 %14,0 %−0,2 Punkte
Operativer Gewinn (Non-GAAP)843 Mio. $760 Mio. $+11 %
Operative Marge (Non-GAAP)26,3 %27,0 %−0,7 Punkte
Nettogewinn (GAAP)501 Mio. $593 Mio. $−16 %
Gewinn je Aktie (Non-GAAP)1,51 $1,35 $+12 %
Freier Cashflow749 Mio. $803 Mio. $−7 %
Aktive Käufer (12 Monate)147 Mio.134 Mio.+10 % (ohne Zukäufe +1 %)
Quelle: eBay Inc., Pressemitteilung und Earnings Deck Q3 2026

Die regionale Aufteilung zeigt die Schieflage. Das US-GMV wächst seit vier Quartalen zweistellig und liegt jetzt bei 12,545 Milliarden US-Dollar. Das internationale GMV – dazu zählen Deutschland, Großbritannien, Australien und alle übrigen Märkte – stagniert bei 10,6 Milliarden US-Dollar. Die Wachstumsrate fällt von 10 Prozent im ersten Quartal auf 4 Prozent im dritten. Der Anteil des internationalen Geschäfts am Umsatz sinkt binnen eines Jahres von 48 auf 43 Prozent.

GMV nach Region (Mio. $)Q3 2025Q4 2025Q1 2026Q2 2026Q3 2026
USA9.87210.72111.50311.68812.545
Wachstum USA (Vorjahr)+13 %+19 %+27 %+24 %+27 %
International10.23310.51610.69410.71010.621
Wachstum International (Vorjahr)+7 %+2 %+10 %+6 %+4 %
Gesamt20.10521.23722.19722.39823.166
Anteil International am Umsatz48 %46 %44 %44 %43 %
Quelle: eBay Inc., Supplemental Operating Data Q3 2026

147 Millionen Käufer – 11 Millionen davon sind zugekauft

eBay zählt zum Quartalsende 147 Millionen aktive Käufer, also Nutzer, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Transaktion bezahlt haben. Das sind 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Sprung geht auf die Übernahme von Depop zurück, die eBay am 30. Juli 2026 für 1,4 Milliarden US-Dollar von Etsy abgeschlossen hat. Ohne Depop und den norwegischen Secondhand-Marktplatz Tise bleibt die Käuferzahl bei 136 Millionen – ein Plus von 1 Prozent, wie in jedem der vorangegangenen vier Quartale. Die Zahl der sogenannten Enthusiast Buyers (Käufer mit mindestens sechs Kauftagen und 800 US-Dollar Jahresausgaben) liegt unverändert bei 16 Millionen.

Aktive Käufer (Mio.)Q3 2025Q4 2025Q1 2026Q2 2026Q3 2026
Gesamt134135136136147
Wachstum (Vorjahr)+1 %+1 %+1 %+2 %+10 %
Ohne Depop und Tise–134135136136
Wachstum ohne Zukäufe–+1 %+1 %+1 %+1 %
Enthusiast Buyers1616161616
Quelle: eBay Inc., Supplemental Operating Data Q3 2026

Das organische GMV-Wachstum von 13 Prozent bei nur 1 Prozent mehr Käufern bedeutet: Der Zuwachs kommt aus höheren Ausgaben pro Käufer und aus höheren Durchschnittspreisen, nicht aus neuen Kunden. Treiber sind laut Präsentation Sammlerartikel (größter Beitrag zum GMV-Wachstum), Sammelkarten, Fahrzeuge (dreistelliges Wachstum) und Luxusmode. Die Fokuskategorien wachsen währungsbereinigt um 24 Prozent, der Privatverkauf (C2C) um mehr als 20 Prozent.

607 Millionen Dollar Werbeerlöse – 2,7 Prozent jedes verkauften Dollars

Die Werbeerlöse erreichen 607 Millionen US-Dollar. Davon entfallen 575 Millionen auf sogenannte First-Party-Werbung, also Promoted Listings und Anzeigen, die Händler auf der Plattform selbst buchen. Dieser Posten wächst um 16 Prozent und damit ebenso schnell wie das GMV. Die Werbequote (Werbeerlöse im Verhältnis zum GMV) liegt bei 2,7 Prozent. Vor einem Jahr waren es 2,6 Prozent. Jeder Dollar, der über eBay gehandelt wird, bringt der Plattform damit 2,7 Cent allein aus Werbung – zusätzlich zu den Verkaufsprovisionen.

Werbeerlöse (Mio. $)Q3 2025Q4 2025Q1 2026Q2 2026Q3 2026
First-Party (Promoted Listings)496517555570575
Wachstum First-Party+23 %+17 %+28 %+24 %+16 %
Werbeerlöse gesamt525544581596607
Anteil am GMV2,6 %2,6 %2,6 %2,7 %2,7 %
Quelle: eBay Inc., Earnings Deck Q3 2026; Werbeerlöse gesamt inkl. Off-Platform

Marge sinkt, Transaktionsverluste steigen um 15 Prozent

Die operative Marge nach Non-GAAP fällt von 27,0 auf 26,3 Prozent. eBay begründet das mit den Kosten für Depop, höheren Marketingausgaben (747 Millionen US-Dollar, plus 23 Prozent) und gestiegenen Kosten für die Kundengewinnung über externe Kanäle. Die Transaktionsverluste – Ausfälle aus Käuferschutz, Betrug und Rückbuchungen – steigen von 106 auf 122 Millionen US-Dollar. Auf neun Monate gerechnet liegen sie bei 393 Millionen US-Dollar nach 273 Millionen im Vorjahr, ein Anstieg um 44 Prozent. Die Präsentation führt das auf Depop zurück; im Kerngeschäft hätten sich die Verlustquoten aus dem Käuferschutz verbessert.

An die Aktionäre flossen im Quartal 827 Millionen US-Dollar, davon 689 Millionen über Aktienrückkäufe und 138 Millionen als Dividende. Der Bestand an Barmitteln und Anleihen sinkt wegen des Depop-Kaufs von 4,85 auf 3,35 Milliarden US-Dollar. Die Nettoverschuldung steigt auf das 1,1-Fache des bereinigten Betriebsergebnisses (EBITDA).

Deutschland: Drei Neuerungen, die Händler direkt betreffen

eBay hat eBay International Shipping in Großbritannien und Deutschland gestartet. Händler verschicken dabei an ein inländisches eBay-Hub, eBay übernimmt den Weiterversand in mehr als 190 Märkte sowie Zoll und Importabgaben. In den USA läuft das Programm seit 2023 und ist dort für neue und reaktivierte Verkäufer inzwischen Standard. Zweitens: Im Bereich Kfz-Teile und Zubehör (Motors Parts & Accessories) gilt jetzt auch in Deutschland das Programm Easy & Free Returns, also kostenlose Rücksendungen für Käufer. In den USA und Großbritannien hat eBay damit nach eigenen Angaben die Konversion erhöht, bei stabiler Retourenquote.

Drittens: Die Echtheitsprüfung (Authenticity Guarantee) für Luxusmode gilt jetzt in 23 EU-Ländern. Käufer dort können geprüfte Uhren, Handtaschen, Kleidung, Schuhe und Accessoires von Verkäufern aus Deutschland, Frankreich und Italien kaufen. Viertens: Die neueste Version des KI-Listing-Tools Magical Listing steht allen neuen und reaktivierten Verkäufern in sechs Märkten zur Verfügung, darunter Deutschland; die Ausweitung auf alle aktiven Verkäufer läuft in den USA, Großbritannien und Deutschland. Der Privatverkäufer-Umbau mit kostenlosem Verkaufen, Käuferschutz und eBay Balance ist im dritten Quartal in Frankreich und Italien angekommen – Deutschland hatte ihn bereits 2023 als erster Markt erhalten.

Eine Aufschlüsselung des GMV nach Deutschland oder Europa veröffentlicht eBay nicht. Die einzigen Anhaltspunkte sind die Angaben zur internationalen Region insgesamt (plus 4 Prozent) und der Hinweis, dass der Privatverkauf in den USA, Großbritannien und Australien zweistellig wächst. Deutschland fehlt in dieser Aufzählung.

Q4-Prognose: 24 Milliarden Dollar – Depop liefert 4 Punkte Wachstum

Für das vierte Quartal erwartet eBay ein GMV zwischen 23,7 und 24,1 Milliarden US-Dollar, ein währungsbereinigtes Wachstum von 12 bis 14 Prozent. Davon entfallen rund 4 Prozentpunkte auf Depop. Organisch bleiben 8 bis 10 Prozent. Beim Umsatz rechnet eBay mit 7 bis 9 Prozent Wachstum, organisch 5 bis 7 Prozent. Die operative Marge soll zwischen 25,7 und 26,2 Prozent liegen. Für 2027 kündigt eBay „gesundes“ Wachstum an und erwartet, dass sich das Sammelkarten-Geschäft nach dem Ausnahmejahr 2026 abschwächt.

PrognoseQ4 2026Gesamtjahr 2026
Handelsvolumen (GMV)23,7–24,1 Mrd. $91,5–91,9 Mrd. $
GMV-Wachstum währungsbereinigt+12 bis +14 %+14 %
GMV-Wachstum organisch+8 bis +10 %+12 %
Umsatz3,19–3,24 Mrd. $12,62–12,67 Mrd. $
Umsatzwachstum währungsbereinigt+7 bis +9 %+12 bis +13 %
Operative Marge (Non-GAAP)25,7–26,2 %–
Gewinn je Aktie (Non-GAAP)1,48–1,53 $6,25–6,30 $
Quelle: eBay Inc., Business Outlook Q3 2026 (inkl. Depop)

Einordnung: Zwei Plattformen in einer Bilanz

Die Zahlen beschreiben zwei unterschiedliche Entwicklungen. In den USA wächst eBay seit vier Quartalen um 19 bis 27 Prozent, getragen von Sammlerartikeln, Fahrzeugen, Live-Shopping und einem erweiterten Versand- und Prüfangebot. Außerhalb der USA liegt das Wachstum zwischen 2 und 10 Prozent und verlangsamt sich im Jahresverlauf. Da eBay keine Länderzahlen nennt, lässt sich der Beitrag des deutschen Marktplatzes nicht beziffern. Die Programme, die das US-Wachstum stützen – International Shipping, kostenlose Rücksendungen, Authentifizierung –, kommen mit ein bis drei Jahren Verzögerung nach Deutschland. Ob sie hier dieselbe Wirkung entfalten, zeigen frühestens die Zahlen für das erste Halbjahr 2027.

Für die Kalkulation bleibt ein Wert zentral: Von jedem über eBay gehandelten Dollar behält die Plattform 13,8 Cent als Provision und weitere 2,7 Cent über Werbung. Dieser kombinierte Anteil von 16,5 Prozent ist seit sechs Quartalen stabil – während die Käuferzahl im Kerngeschäft seit fünf Quartalen um jeweils 1 Prozent wächst.

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