Die deutschen Exporte sind im August 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vormonat auf 137,6 Milliarden Euro gesunken, während die Importe aus China um 11,0 % zulegten. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner Pressemitteilung Nr. 356 vom 8. Oktober 2026 auf Basis vorläufiger Ergebnisse. Für Onlinehändler sind vor allem zwei Reihen relevant: die Einfuhren aus der Volksrepublik China als wichtigstem Lieferland und die Ausfuhren in die EU als größtem Absatzraum. Gegenüber August 2025 liegen die Exporte um 6,2 % und die Importe um 5,5 % höher. Aussagen zu den Ursachen lässt die Datenlage laut Destatis allerdings noch nicht zu. Aber diese Zahlen untermauern die Wortfilter-Kritik an den China-Paketzahlen .

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Deutsche Exporte: zweiter Rückgang in Folge auf hohem Niveau

Die deutschen Exporte erreichten im August 2026 kalender- und saisonbereinigt 137,6 Milliarden Euro. Das sind 0,8 % weniger als im Juli, der seinerseits um 0,5 % unter dem Juni lag. Zuvor waren die Ausfuhren von Februar bis Juni fünf Monate in Folge gestiegen. Trotz der beiden Rückgänge liegt der Augustwert über jedem Monatswert des Jahres 2025, dessen Höchststand im März bei 133,2 Milliarden Euro lag.

Die Importe stiegen dagegen um 0,9 % auf 118,1 Milliarden Euro, nachdem sie im Juli um 5,5 % gefallen waren. Daraus ergibt sich ein Außenhandelsüberschuss von 19,5 Milliarden Euro. Im Juli hatte der Saldo 21,6 Milliarden Euro betragen, im August 2025 waren es 17,6 Milliarden Euro. Von Januar bis August 2026 summieren sich die Exporte auf 1.092,7 Milliarden Euro und die Importe auf 946,7 Milliarden Euro. Beide Werte liegen damit um 4,4 % über dem Vorjahreszeitraum.

KennzahlAugust 2026zum Juli 2026Jan.–Aug. 2026zum Vorjahreszeitraum
Exporte insgesamt137,6−0,8 %1.092,7+4,4 %
Exporte EU-Staaten77,5−0,6 %619,3+7,2 %
Exporte Drittstaaten60,0−1,1 %473,4+0,8 %
Exporte USA13,5−6,3 %102,4+1,1 %
Exporte China5,9+4,7 %48,0−12,9 %
Exporte Vereinigtes Königreich7,9+16,7 %56,7+5,4 %
Importe insgesamt118,1+0,9 %946,7+4,4 %
Importe EU-Staaten59,3−0,4 %478,4+2,8 %
Importe Drittstaaten58,8+2,2 %468,4+6,1 %
Importe China16,8+11,0 %124,1+10,1 %
Importe USA8,1−0,5 %67,0+5,8 %
Importe Vereinigtes Königreich3,2−3,8 %26,4+3,2 %
Kalender- und saisonbereinigte Werte in Milliarden Euro, vorläufige Ergebnisse. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

China liefert 14,2 % aller deutschen Importe

Die meisten Importe kamen im August aus der Volksrepublik China: Waren im Wert von 16,8 Milliarden Euro, 11,0 % mehr als im Juli. Gemessen an den gesamten Einfuhren von 118,1 Milliarden Euro entspricht das einem Anteil von 14,2 % (eigene Berechnung). Im Zeitraum Januar bis August liegt der Anteil bei 13,1 %, der August fällt also überdurchschnittlich aus. Über acht Monate stiegen die Importe aus China zudem um 10,1 % und damit mehr als doppelt so stark wie die Einfuhren insgesamt (+4,4 %).

Die Gegenrichtung entwickelt sich anders. Die Exporte nach China stiegen zwar gegenüber Juli um 4,7 % auf 5,9 Milliarden Euro, im bisherigen Jahresverlauf liegen sie jedoch um 12,9 % unter dem Vorjahr. Deutschland führte im August damit Waren für 10,9 Milliarden Euro mehr aus China ein, als es dorthin lieferte. Von Januar bis August beträgt diese Differenz 76,1 Milliarden Euro (124,1 gegenüber 48,0 Milliarden Euro).

USA: minus 6,3 % zum Juli, plus 22,6 % zum Vorjahr

Die Vereinigten Staaten blieben im August das wichtigste Zielland deutscher Exporte. Dorthin gingen Waren im Wert von 13,5 Milliarden Euro, 6,3 % weniger als im Juli. Gegenüber August 2025 liegen die US-Exporte allerdings um 22,6 % höher. Beide Aussagen treffen zu, sie beschreiben jedoch verschiedene Zeiträume: Der Vormonatsvergleich zeigt die kurzfristige Bewegung, der Vorjahresvergleich das Niveau.

Die Achtmonatsbilanz relativiert den Niveauvergleich. Von Januar bis August 2026 exportierte Deutschland Waren für 102,4 Milliarden Euro in die USA, das sind 1,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Rechnerisch lag der August 2025 bei rund 11,0 Milliarden Euro und damit unter dem damaligen Monatsdurchschnitt von rund 12,7 Milliarden Euro (eigene Berechnung aus den Destatis-Angaben). Der hohe Zuwachs spricht daher eher für einen schwachen Vergleichsmonat als für einen stetigen Anstieg. Im Handel mit dem Vereinigten Königreich stiegen die Exporte außerdem um 16,7 % auf 7,9 Milliarden Euro, während die Importe von dort um 3,8 % auf 3,2 Milliarden Euro zurückgingen.

EU-Staaten tragen rund 90 % des Exportzuwachses

In die Mitgliedstaaten der EU gingen im August Waren im Wert von 77,5 Milliarden Euro, das sind 56,3 % der gesamten Ausfuhren (eigene Berechnung). Gegenüber Juli sanken die EU-Exporte um 0,6 %. Innerhalb der EU verläuft die Entwicklung jedoch uneinheitlich: Die Ausfuhren in die Eurozone stiegen um 0,8 % auf 54,3 Milliarden Euro, die Ausfuhren in EU-Staaten außerhalb der Eurozone fielen dagegen um 3,5 % auf 23,2 Milliarden Euro.

Im Achtmonatsvergleich zeigt sich das Gewicht des Binnenmarkts deutlicher. Die Exporte in die EU stiegen von Januar bis August um 7,2 % auf 619,3 Milliarden Euro, die Exporte in Drittstaaten (Staaten außerhalb der EU) dagegen nur um 0,8 % auf 473,4 Milliarden Euro. Rechnet man die Veränderungsraten in absolute Beträge um, entfallen rund 90 % des gesamten Exportzuwachses auf EU-Staaten. Wegen der gerundeten Ausgangswerte ist diese Größe allerdings als Näherung zu lesen.

Drei Sachen für Onlinehändler

Erstens wächst die Einfuhr aus China schneller als die Einfuhr insgesamt, im August wie im bisherigen Jahr. Onlinehändler, die dort beschaffen, bewegen sich damit in einem wachsenden Importstrom; über Preise, Frachtraten oder Wettbewerbsdruck sagt die Statistik allerdings nichts aus. Zweitens bleibt die EU mit einem Anteil von 56,7 % an den Exporten von Januar bis August der größte Absatzraum, und sie wächst deutlich stärker als das Drittlandsgeschäft. Drittens schwanken die Monatswerte einzelner Länder stark, wie die USA (minus 6,3 %) und das Vereinigte Königreich (plus 16,7 %) zeigen.

Für eine belastbare Bewertung reichen ein oder zwei Monatswerte daher nicht aus. Destatis kündigt die vollständigen Detailergebnisse für den 20. Oktober 2026 an; weitere bereinigte Reihen stehen in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 51000-0020 und 51000-0021). Erst mit den Warengruppen lässt sich prüfen, welche Güter den Anstieg der China-Importe um 11,0 % tragen.

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