Klarna führt eine Grundgebühr für Onlinehändler mit Direktvertrag ein: 20 US-Dollar pro Monat, bei Abrechnung in Euro 20 Euro, fällig ab dem 4. Dezember 2026. Die Mitteilung ging am 4. November 2026 per E-Mail an Händler, die direkt mit Klarna abrechnen. Wer Klarna über einen Zahlungsdienstleister wie Mollie, Stripe oder Adyen anbietet, ist nach dem Wortlaut der Mail ausgenommen. Bisher rechnete Klarna mit Händlern ausschließlich pro Transaktion ab. Dieser Beitrag fasst zusammen, was in der Mail steht, wen die Gebühr trifft und wie die Konditionen der Wettbewerber aussehen.

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20 US-Dollar pro Monat: Was in der Klarna-Mail steht

Klarna nennt die neue Gebühr „Platform Administration Fee“. Sie beträgt 20 US-Dollar pro Monat oder den festen Gegenwert in der Abrechnungswährung des Händlers, der in einem Anhang (Annex) der geänderten Nutzungsbedingungen steht. Händler mit Euro-Abrechnung berichten übereinstimmend von 20 Euro. Die Gebühr wird einmal pro Monat und pro Händlerkonto berechnet und erscheint auf dem Settlement Report, also der Auszahlungsabrechnung von Klarna.

Die Änderung tritt 30 Tage nach dem Datum der E-Mail in Kraft. Bei Versand am 4. November 2026 ist das der 4. Dezember 2026. Die Transaktionsgebühren bleiben laut Klarna unverändert. Auch an der Integration, der Händler-ID und der Auszahlung ändert sich nichts. Eine öffentliche Mitteilung zu der Gebühr hat Klarna bislang nicht veröffentlicht (Stand 5. November 2026). Die Information liegt nur den betroffenen Händlern per E-Mail vor; mehrere Händler haben den Wortlaut unabhängig voneinander bestätigt.

Direktvertrag oder PSP: Wer zahlt und wer nicht

Die Gebühr gilt für „eligible direct integrations“, also für Händler mit einer direkten Verbindung zu Klarna. Klarna definiert das als unmittelbare Anbindung des Händlers an Klarna. Ausgenommen sind zwei Gruppen: Händler, die Klarna ausschließlich über einen Merchant-of-Record-Dienstleister anbieten (ein Anbieter, der rechtlich als Verkäufer auftritt und die Zahlung abwickelt), und Händler, die Klarna über einen Zahlungsdienstleister (PSP) wie Mollie, Stripe, Adyen oder Unzer nutzen. Diese Gruppen rechnen nicht mit Klarna ab, sondern mit ihrem PSP.

Offen ist, wie Klarna Anbindungen über Shopsystem-Hubs behandelt, bei denen der Händler zwar ein Modul des Shopsystems nutzt, aber einen eigenen Vertrag mit Klarna hat. Die Klarna-Dokumentation stuft etwa die Klarna-App für Shopify als „direct integration“ ein. Händler berichten zudem, dass auch Konten die Mail erhalten haben, über die seit Monaten keine Zahlung mehr lief. Entscheidend ist damit der Vertrag, nicht der Umsatz: Wer einen aktiven Direktvertrag hat, zahlt die 20 US-Dollar auch ohne eine einzige Klarna-Transaktion im Monat.

Zweite Mail, neue Regeln: Was sich am 7. Dezember ändert

Parallel verschickt Klarna eine zweite Mitteilung an Händler mit Direktvertrag. Ab dem 7. Dezember 2026 gilt der bestehende Vertrag in geänderter Fassung (Amendment) zusammen mit den „Klarna Network Rules“. Klarna tritt darin als „Acquiring Partner“ auf. Die Regeln gelten für die Leistungen, die der Händler heute nutzt, nicht für Services, die seine Integration nicht unterstützt. Die Preise bleiben laut dieser Mail unverändert.

Die praktische Änderung betrifft Streitfälle (Disputes): Sie werden ab dem 7. Dezember nach den Abschnitten 15.13, 15.15 und 15.16 der Network Rules abgewickelt. Klarna erhebt bereits heute Dispute-Gebühren für Händler mit Direktvertrag; Händler über einen PSP werden von Klarna nicht direkt belastet, der PSP kann die Gebühr aber weiterreichen. Beide Mails zusammen betreffen damit dieselbe Gruppe: Händler, die direkt mit Klarna abrechnen.

PayPal, Stripe, Mollie, Adyen: Wer sonst eine Grundgebühr nimmt

Keiner der großen Zahlungsanbieter im deutschen Onlinehandel verlangt im Standardtarif eine monatliche Grundgebühr. PayPal berechnet gewerblichen Verkäufern in Deutschland 2,99 Prozent plus Festgebühr für PayPal Checkout und 2,49 Prozent plus 0,35 Euro für den Empfang von Zahlungen für Waren und Dienstleistungen. Stripe nimmt für EWR-Standardkarten 1,5 Prozent plus 0,25 Euro und bietet Klarna ab 2,99 Prozent plus 0,35 Euro an, ohne Einrichtungs- oder Monatsgebühren. Mollie rechnet Klarna in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 2,99 Prozent plus 0,35 Euro ab, ebenfalls ohne Grundgebühr. Adyen arbeitet mit Interchange++ (Weitergabe der Kartenkosten plus fester Aufschlag) und nennt auf seiner Seite ausdrücklich keine Monats-, Einrichtungs- oder Integrationsgebühren, richtet sich aber an Händler mit größerem Volumen.

AnbieterKlarna-Konditionen (Standard, DE)Monatliche Grundgebühr
Klarna direktindividuell vereinbart20 US-Dollar / 20 Euro ab 4.12.2026
Klarna über Mollie2,99 % + 0,35 €keine
Klarna über Stripeab 2,99 % + 0,35 €keine
Klarna über Adyenindividuell (Interchange++)keine
PayPal (kein Klarna)2,99 % + Festgebühr (Checkout)keine

Die Klarna-Transaktionskonditionen im Direktvertrag veröffentlicht das Unternehmen für Deutschland nicht; sie stehen im Händlerportal und werden individuell vereinbart. Für den Vergleich zählt deshalb vor allem der Fixbetrag: 20 Euro im Monat sind 240 Euro im Jahr, unabhängig vom Umsatz.

DHL hat es vorgemacht: Pauschalen statt reiner Stückpreise

Klarna ist nicht der erste Dienstleister im Onlinehandel, der eine feste Monatspauschale einführt. DHL Paket berechnet Geschäftskunden seit dem 1. Juli 2025 eine monatliche Pauschale für DHL Paket und DHL Retoure; Händler nannten Beträge zwischen 7,95 und 119,95 Euro je nach Tarif. Das DHL Kleinpaket war davon ausgenommen. Zum 1. Januar 2026 hat DHL die Geschäftskundenpreise erneut angehoben.

Auch auf der Verbraucherseite ändert Klarna sein Preismodell: Die Klarna-Visa-Karte funktioniert ab dem 20. November 2026 nur noch mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft ab 4,99 Euro im Monat. Auf der Händlerseite zählt Klarna nach eigenen Angaben seit März 2026 mehr als eine Million Händler; allein 2025 kamen 285.000 hinzu, getrieben vor allem durch Verträge mit Zahlungsdienstleistern. Die neue Gebühr trifft den Teil dieser Händler, der nicht über einen PSP, sondern direkt angebunden ist.

Vier Wochen Zeit: Was du bis zum 4. Dezember prüfen solltest

  • Vertragsart klären: Im Klarna Merchant Portal steht, ob du einen Direktvertrag hast. Läuft Klarna über Mollie, Stripe, Adyen oder einen anderen PSP, betrifft dich die Gebühr nach dem Wortlaut der Mail nicht.
  • Umsatz gegenrechnen: Prüfe, wie viele Klarna-Transaktionen in den letzten zwölf Monaten über den Direktvertrag liefen. Die Gebühr kostet 240 Euro im Jahr, unabhängig vom Umsatz.
  • Alternative Anbindung prüfen: Über Mollie kostet Klarna 2,99 Prozent plus 0,35 Euro, über Stripe ab 2,99 Prozent plus 0,35 Euro, jeweils ohne Grundgebühr. Dafür fällt der Direktvertrag mit individuellen Konditionen weg.
  • Kündigung: Händler berichten, dass Klarna die Kündigung des Händlerkontos über das Merchant Center per Chat oder Telefon entgegennimmt und per E-Mail abwickelt. Wer vor dem 4. Dezember 2026 kündigt, zahlt die Gebühr nicht.
  • Inaktive Konten: Auch ein Konto ohne Umsatz wird belastet, solange der Direktvertrag besteht. Alte Testintegrationen und stillgelegte Module gehören auf die Prüfliste.

Ab dem 4. Dezember kostet ein Klarna-Direktvertrag Geld – auch dann, wenn kein einziger Kunde damit bezahlt.

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