Die Amazon Bestellfrequenz in den USA liegt bei 22 Bestellungen pro Kunde und Jahr – kein anderer großer US-Onlinehändler kommt auch nur in die Nähe. Das geht aus einem Vergleich von zehn US-Händlern hervor, den der Hamburger Marktforscher ECDB veröffentlicht hat. Walmart folgt mit 15 Bestellungen, eBay erreicht weniger als die Hälfte des Amazon-Werts. Ein durchschnittlicher Amazon-Kunde bestellt damit etwa alle 17 Tage.
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Walmart auf Platz 2 – mit sieben Bestellungen Rückstand
ECDB hat aus dem Ranking der 20 größten US-Onlinehändler neun Anbieter ausgewählt, die mit Amazon über mehrere Kategorien hinweg konkurrieren. Darunter sind Generalisten wie Walmart, eBay, Temu, Target und Costco sowie Spezialisten wie Chewy (Tierbedarf), Home Depot (Baumarkt), Best Buy (Elektronik) und Shein (Mode).
Auf amazon.com bestellen Kunden im Schnitt 22-mal pro Jahr. Walmart kommt auf 14,8 Bestellungen, in der Darstellung auf 15 gerundet. eBay liegt auf Platz 3 mit weniger als der Hälfte des Amazon-Werts. Chewy-Kunden bestellen siebenmal im Jahr, Target-Kunden fünfmal, Home-Depot-Kunden viermal. Best Buy und Costco liegen bei drei Bestellungen, also etwa einer alle vier Monate. Jeder Händler außer Amazon und Walmart erreicht zehn oder weniger Bestellungen pro Jahr.
Drei Hebel für den Umsatz – Amazon zieht an einem besonders stark
Der Umsatz eines Händlers ergibt sich laut ECDB aus drei Faktoren: Bestellhäufigkeit, Warenkorbwert (AOV) und Anzahl der Kunden. Die Bestellfrequenz deckt den ersten Faktor ab. Costco zeigt das Zusammenspiel: Die Kunden bestellen nur dreimal im Jahr, kaufen dann aber in großen Mengen. Best Buy funktioniert ähnlich, weil Unterhaltungselektronik hochpreisig ist und selten gekauft wird.
Bei Amazon bedeutet jede zusätzliche Bestellung eine Entscheidung gegen einen Wettbewerber. Über ein Jahr summieren sich diese laut ECDB auf 22 Entscheidungen zugunsten von Amazon.
Prime und Same-Day: So wird Bestellen zur Gewohnheit
Als Treiber nennt ECDB Amazon Prime. Mitglieder zahlen eine Abogebühr und erhalten kostenlosen Versand auf berechtigte Bestellungen. Das senkt die Schwelle für jede weitere Bestellung. Same-Day- und Next-Day-Lieferung nehmen den letzten Grund zu warten. Ein Kunde, der Batterien, Hundefutter und ein Ladekabel braucht, bestellt alle drei Artikel in einer Sitzung und hat sie binnen eines Tages an der Tür.
Diese Bequemlichkeit reicht in Kategorien mit eigenen Spezialisten hinein. Chewy-Kunden bestellen Tierbedarf siebenmal im Jahr, Home-Depot-Kunden Baumarktartikel viermal. Amazon bietet dieselben Produkte in einem Checkout an, den seine Kunden ohnehin etwa alle 17 Tage nutzen.
Der One-Stop-Shop nimmt anderen Händlern Bestellungen ab
Amazon hat laut ECDB einen festen Platz in den alltäglichen Kaufentscheidungen von US-Käufern. Einzelne Käufe werden dadurch zu einem stetigen Strom von Wiederholungsbestellungen. Jede Entscheidung für amazon.com geht zu Lasten anderer Händler, die vergleichbare Produkte und eigene Vorteile anbieten.
ECDB bezeichnet die Bestellgewohnheit als einen der dauerhaftesten Vorteile von Amazon. Die Amazon Bestellfrequenz von 22 pro Jahr steht damit im Vergleich isoliert da: Walmart kommt mit 15 am nächsten, alle anderen liegen bei maximal zehn.




